112/2010: Linktipp: Ein Interview von rund 60 Minuten mit einer Living Legend: Billy Cobham

Ja, ja, die Schweizer, die haben es faustdick hinter den Ohren. Allerdings gehen hier ein paar Stuttgarter auf Reisen in die Alpenrepublik, um ihn zu treffen. Die youngsters da draußen, die die Kelly-Family mochten mögen, die wussten das schon: Billy Cobham, das ist irgend so ein Drummer aus Amerika. Warum die das wussten? Angelo Kelly nahm Stunden beim Masters Drummer aus Übersee und jetzt verkauft Herr Kelly sogar DVDs mit Pianodrum-Konzepten, har har har. Sonst hätte niemand von den Kelly-Fans das gewusst, soviel ist sicher.


Status -live at the Baku-Festival (2008) – (via Youtube)

Eine etwas hektisch gespielte Version des Stücks Stratus aus dem Soloalbum SPRECTRUM (1973) des Ausnahmeschlagzeugers Billy Cobham ist hier oben zu sehen. Hier im Video achte man einmal auf die Hihat-Arbeit dieses Herrn. Die Platte gilt seit ihrer Veröffentlichung unter ernstzunehmenden Drummernachwuchskräften als Referenzplatte in Sachen populäres Drumming, so wie für angehende Toningenieure immer noch die Platte Knock Out von Charly Antolini gilt. Womit wir schon wieder in der Schweiz gelandet sind. Manche Geschichten nehmen ihren Anfang dort, beileibe nicht alle, und einige davon kehren dorthin wieder zurück. Unten rundet ein Video vom monströsen Jazzfestival Montreux des Jahres 1976 das Bild in Sachen löchrigem Käse ab: mit einem weiteren Klassiker desselben Albums: Red Baron. In Sachen Superdrumming hat allerdings der Schweizer D.J. Bobo wenig für uns Drummer getan, um das gleich klarzustellen.

Eins muss man sich mal klarmachen: Der Mann hat eine Palette nahezu sämtlicher musikalischer Felder beackert und auch mit den Größten gespielt. Im Bereich einer sich erst entwickelnden, ganz neuen Musikart, dem Jazzrock, darf man ihn ohne Übertreibung oder Blasphemie zu den Miterfindern in einem Atemzug mit Chick Corea, Herbie Hancock und Bruder Miles zählen, abgesehen von nur wenigen anderen…so, und nun genug gesalbt.

Und nun redet der Herr Cobham rund 60 Minuten über sein neues Album „Palindrome“, seine Arbeit als Drumteacher (Lehrer), in wessen Schatten er als Drummer richtig hoch kam und bekannt wurde und vieles mehr auf der Website drumdepartment.de, die in Deutschland gehostet, aber aus der Schweiz betrieben wird. Nein, nicht falsch verstehen: für lediglich 60 Minuten. Rettet die Schweiz! Sie hält nicht nur attraktive Bankverbindungen für viele bereit, über die sie weltweit kaum Auskunft geben mag. Füati, ums mal so zu sagen.


Red Baron – George Duke Band feat. Billy Cobham – 06.07.1976 (Montreux, Schweiz) (via Youtube)

Besetzung: Billy Cobham (dr.), George Duke (kb.), John Scofield (g.), Alphonso Johnson (b.) – Sternstunden der Jazzrock

Das interessante Interview versteht allerdings nur, wer Englisch versteht. Jedenfalls: Ein Der Linktipp des Tages.

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