115/2010: Highlights: Kleinerer Mann, ganz groß in Berlin: Terry Bozzio (im Quasimodo)

Let´s get ready to rumble - drumming!

Die Dinge kommen zusammen: Es kommt Terry Bozzio nach Berlin. Ich hab ihn schon gesehen und er stand für Fragen zur Verfügung, damals im Tränenpalast und auf Veranlassung vom Drumland Berlin. Damals gab er eine Clinic seines Könnens und meine Frage fand er besonders doof bescheuert. Ich fragte ihn, wie sich die Zusammenarbeit mit Steve Vai an dem Ausnahmewerk „Sex and Religion“, das mich sehr beeindruckt hatte, gestaltet hatte? Seine Antwort fiel überraschend aus: „Welche Zusammenarbeit? Wir haben uns lediglich Studiobänder hin- und hergeschickt.“


HowTo: Wie man das Kit von Terry Bozzio aufbaut (via Youtube)

Romantisch, wie meine Vorstellung in Bezug auf das Schaffen großer Werke der Musikgeschichte ist, stellte ich mir vor, dass man in einem verräucherten Proberaum im Hause von Steve Vai frickelte, Dinge ausprobierte. Nix da. Die Sache lief „per Post“. Man muss dazu wissen, dass Herr Vai nicht nur Gitarrist ist und immer bleiben wird, vermutlich, sondern auch ausgebildeter Dirigent, allerdings ohne das Loriotsche Jodeldiplom. Also schreibt er das Zeugs einfach auf, schickt es dem Vollnotisten Bozzio und der trommelt es ein. So wie er es schon immer machte, und auch z.B. bei dem Stück „The Black Page“ von Frank Zappa.

Das ist schon wieder so lange her, dass man heute hinzufügen möchte: Wie langweilig, per Filetransfer geht doch so was viel schneller. Damals, wisst Ihr’s noch, waren wir noch nicht so weit. Okay, jetzt kommt er, und er kommt mit einigen anderen Ausnahmemusikern. Genauer ist das auf der Website blackbirds.tv angerissen, sodass ich mir hier überflüssige Wiederholungen ersparen möchte. Und dem Leser dieser Website ebenfalls.

Am Ort des Geschehens, so überlegen jetzt schon führende Köpfe, die das was angeht, wie man das etwas größere Set eines Herrn Bozzio eigentlich aufbaut, wo man es auf einer Bühne wie dieser genau hinstellt und ob es eventuell sogar die gesamte Bühne okkupiert? Wie das geht? Ganz einfach. Als schlagzeugsachverständiger Hinweis deshalb hier oben das Video „HowTo“ (bozzio-kitbilding in a couple of seconds…Zeitraffer pur). Viel Spaß beim Nachbauen.

Dass nun gerade Vladimir Klitschko einen wohl unwichtig bleibenden amerikanischen Boxer 5 Sekunden vor dem Ende der 12. Runde k.o. geschlagen hat, indiziert nicht nur die Richtigkeit seiner Hosenbeschriftung „gesund und geimpft“, sondern auch etwas Schlagzeugerartiges an Dr. Klisch-k.o. (neue Schreibweise). Man kann behaupten, dass Klitschko wohl ein guter Schlagzeuger geworden wäre. Was hat der Mann für ein ausgezeichnetes Timing!

Michael Buffer hat als Ringsprecher einen Urheberrechtsschutz auf den Satz: „Let´s get ready to rumble“, ist nachzulesen. Mir ist er zu glatt, nicht der Spruch, sondern der Buffer, und ich vermute, er lässt sich inzwischen zum wiederholten Male liften. Es ist für Schlagzeuger allerdings unwichtiger, ob das zutrifft. Für solche, die ein Sonor Jungle-Set spielen, drängt sich allerdings die einleitend verwendete Reinkarnation auf und ob ich dafür ebenfalls ein weltweites Urheberrecht beanspruche, steht bei Erreichen des soeben eingetretenen Redaktionsschlusses noch nicht fest. Ich erfand erst heute und vor wenigen Augenblicken im Angesicht eines k.o.-geschlagenen KlitschKOpfers den neuen Schlagzeuger-Ringruf (nicht -tone) „Let´s get ready to jungle!“ Wenigstens Johnny Rabb dürfte das gefallen, oder?

Weiterführend

Ein Gedanke zu „115/2010: Highlights: Kleinerer Mann, ganz groß in Berlin: Terry Bozzio (im Quasimodo)

  1. Pingback: http://blackbirds.tv – Berlin fletscht seine Szene » TwitterTweet 2010-03-21