136/10: Proberaum: Audioschnitzel durch und durch, allerdings auch etwas experimentell (Aufnahme)

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Von der Sache her kein PlayAlong, sondern ein PlayAlone, also als Schnitzel gut durch „well done“ und ungeeignet, es noch mit weiteren Instrumenten zu ergänzen, verfeinern oder gar verbessern zu wollen… (Drummer Tommy zum nachfolgenden Stück Audioschnitzel)

Okay, wir geben zu, dass so ein saftiges Wiener Schnitzel (mit Zitrone und Petersilie, beides unverzichtbar) nicht jedermanns Sache sein muss. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Das dürfte auch für das weitere Stück Soundschnitzel gelten, das hier zum Zwecke ordnungsgemäßer Berichterstattung über den Alltag aufgeführt ist.

Schon kamen jetzt erste Reaktionen. Eine namentlich nicht benannte Saxophonistin aus Berlin-Pankow wendete sich an die Redaktion und die reagierte. Sie fand die Idee von uns so schlecht nicht, PlayAlongs ins Netz zu stellen und damit sozusagen eine Mitspieloffensive bislang unbekannten Ausmaßes zu inszenieren. Das sei ja schön und gut, aber eben doch ein bisschen lästig. Jetzt immer zeitgleich ins Netz surfen zu müssen, um Zugriff auf den Player zu haben und dann „auf der Dachterrasse“ des Mehrfamilienhauses mit Kopfhörern auf still und leise vor sich hin zu üben.  Allein die befürchteten Kabellängen.

Und so ergänzte die mitdenkende DSDSS-Probandin, sie wünsche Zugriff auf die Dateien. Sagte sie so, und nun hat sie ihn. Eine Email reichte aus. Inzwischen steht sie nun bei Regenwetter im Inselnerz und mit leuchtend gelben Gummistiefeln auf ihrer Dachterrasse (aus Bangkirai-Hartholz) und übt, den iPod in der linken, außen aufgenähten Inselnerz-Tasche, ein weißes Kabel hochgeführt zu den Ohren und mit Sonnenbrille, HipHopper-Käppi. Im Polizeiticker von Berlin-Pankow laufen jetzt erste Eilmeldungen auf: der ohrenbetäubende Krach in diesem Teil von Pankow sei nicht auf die „famous, xtraordinary restbirds“ (eine kleine Gruppe der sonst nur vollständig probenden gleichnamigen blackbirds.tv)  zurückzuführen.

Anders als im Internet, wo die Linkhaftung auf fast jeder Website impressumstechnisch vollkommen ausgeschlossen wird, haften nämlich die Versender von chiffrierten mp3-Material nicht dafür, was andere Menschen mit ihnen anfangen, und sei es auch nur, dass andere diese benützten, um damit funkadelische Probeauditions im Mehrfamilienhaus, Gartenhaus, Dachgeschossterrasse, zu verunstalten. Die Inlandspresseabteilung von blackbirds.tv verneinte auf Anfrage, dass eine derartige Haftung sozusagen freiwillig übernommen worden sei.

Dessen ungeachtet nützte die Redaktion dieser Website die durch anderweitige Probeproben in Anspruch genommene Zeit, die nun frei wird, für ein munteres, diesmal deutlich beherzteres Sessionieren, freier, ungezwungener und ahnungsloser, als jemals zuvor. Überzeugt euch selbst. Der Player ist unten angefügt.

Das audiophone Ursprungsversprechen wurde bereits am 12.05. des Jahres begangen und entsprechend einer europaweiten Rahmenrichtlinie der Innenministerkonferenz und deren letzten Beschluss am 30.04.10 in Brüssel ist strafrechtlich bereits Verjährung eingetreten. Die sogenannte „Halbwertzeit“ derart undisziplinierten Brauchtums verjährt seit der europaweiten Einigung in allen Mitgliedsstaaten binnen 12 Stunden am Folgetag. Die komplizierte Berechnung des Beginns einer derartigen Verjährungsfrist, so dazu die einschlägige Kommentierung in den Fachmedien, wurde der Einfachheit halber so gelegt: Tatzeit plus Stundendifferenz zum nachfolgenden HighNoon (Mitternacht) plus 12 Stunden. „Diese erhebliche Vereinfachung bei der Strafgültigkeitsprüfung“, so Drummer Tommy dazu auf Anfrage, „hat die Strafverfolgungsbehörden spürbar von unsinnigen, nicht weiterführenden Strafverfolgungen bewahrt und ist damit ein deutlicher Schritt in Richtung Entbürokratisierung europäischer Rechtsnormen.“

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