190/10: FotoPodcast: Bei Bodo Spliteser, just drums, von Jochen Stock, Quasimodo + Klaus Spiesberger

dw-Schlagzeug, golden sparkle

dw-Schlagzeug, golden sparkle

Voll fies, das war schon immer die Taktik von Jochen Stock. Stock ist Musikalienhändler und fing in Berlin-Wilmersdorf in diesem Laden an, die Welt mit Musikinstrumenten auszustatten. Dass er dabei ein gutes Händchen hat, weiß die Musikergilde in Berlin-Brandenburg, München und Hamburg inzwischen. Es hat sich rumgesprochen. Die Kategorie derartiger Schlagzeugsets im Eingangsbereich des Ladens dürfte man als „eyecatcher“ bezeichnen dürfen. Und richtig fies ist Jochen Stock eigentlich auch nicht. Vielmehr macht er die Leute geil. Ist Jochen Stock am Ende ein Sexist? Mitnichten, vorsicht, Leute, so was sagt man nicht.

Sagte ich denn schon, dass im Quasimodo jeden Mittwoch ein „Live Jam“, also eine geordnete, organisierte Jamsession erfolgt, die seit 2010 auch von Berlins Musikalienhändler JustMusic unterstützt wird? Nein? Klaus Spiesberger, der Chef des Quasimodo, hat diese seit vielen Jahren eingestellte Tradition erfolgreich wiederbelebt und veranstaltet regelmäßig „musicians meetings“. Weiterführende Informationen findest du auch hier (zum Quasimodo auf qype)

Sag mir bitte einen vernünftigen Grund, warum ich morgens in mein Auto steige und leise vor mich hinsumme: Wer baggert so spät noch am Baggerloch? Das ist Bodo mit dem Bagger und der baggert noch…., ja, die unsäglichen Lyrics gehören zu einem Klassiker, den einst Mike Krüger, der Mann mit der großen Nase schrieb. Genau, nicht Gottschalk.

Womit wir bei zwei prägnanten Themen des schlagzeugerischen Zeitgeistes in Berlin sind.

  • Bei dem richtigen Riecher, den Jochen Stock hat, wenn es darum geht, expansive Pläne in Richtung „Branchengeltung“ zu erarbeiten. Das ist ihm gelungen.
  • Bei dem guten Riecher, den er bei der Auswahl seines Personals beweist.
  • Und drittens: Dass seit einer gewissen Zeit Bodo Spliteser hinter Kundencounter (Tresen) steht. Ein Gewinn für just-music und ein Prosit auf Kundenfreundlichkeit, Ehrlichkeit, Verbindlichkeit und kompetente Beratung. Dass das zuweilen, besonders bei sehr viel jüngeren „Fachverkäufern“ nicht immer der Fall war, na gut, ist demzufolge Geschichte.

Und eigentlich hat man sich ja nichts sehnlicher gewünscht: Über die Jahre war man immer wieder Kunde dort, dann ärgerte man sich auch mal, wie in jedem längeren Leben mit „seinem Musikalienfritzen“. Dann erfanden irgendwelche Amerikaner das Internet und ein Preiskampf und Verdrängungswettbewerb wurde geboren. Nun gibt es überall nur noch Mainstreammist, also das, was eben gut geht. Im weltweiten Mainstream aber fehlen die Originale, die Menschen mit Ecken und Kanten und irgendwie „fassbaren“ Vorzügen, Launen und der menschliche „Wiederkennungswert“. Vielleicht sorgt jetzt diese Personalie dafür, dass das persönliche Verhältnis zum Schlagzeughändler wieder etwas persönlicher wird und nicht nur alles über Preise und Pagerankings abgeht. So ein goldenes Schnuckelchen, wie das hier oben von drum workshop, hach, Leute, das sieht in echt übrigens besser als auf dem Foto aus. Blinker, blinker!

Bodo Spliteser, Schlagzeuger, Gutverkäufer, Mensch

Bodo Spliteser, Schlagzeuger, Gutverkäufer, Mensch