216/11: Audioschnitzel: Meine Abendbefassung vom 04.10.11 endete solierend, vor mich hin! Zu anderem war ich nicht in der Lage!

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Auch die freien Sessions als gemeinsam verbrachte Zeit des assoziativen Miteinanders von Bass und Schlagzeug habe ich aufgenommen. Ihre Auswertung ergibt, dass ich einen guten Bassisten gefunden habe. Im flankierenden Gespräch kommt darüber hinaus klar und deutlich zum Ausdruck, dass wir mindestens in Teilbereichen eine überlappende Vergangenheit haben. Was die Möglichkeit einer gemeinsamen Zukunft daher jedenfalls nicht schmälert. #Morgengedanken

Den Abend des 04.10. verbrachte ich zunächst mit Stefan, einem Bassisten, dessen Name mir schon seit vielen Jahren geläufig ist. Früher hat er bei einer einigermaßen bekannten (West-)Berliner Popgruppe den Bass bedient, von der ich eine ihrer zwei damaligen CDs sogar im eigenen Plattenschrank habe. Millionär ist er damit aber nicht geworden, wenn auch die Verkaufszahlen damals erfolgversprechend und für heutige Verhältnisse großartig waren. Rund 20.000 Stück haben sie damals verkauft, sagt er.

 
Solo studies (recorded 04.10.11 @Rehearsals)

Ich habe jetzt längere Zeit kein Audioschnitzel mehr aufgenommen, über die ich hier von Zeit zu Zeit berichte. Gestern Abend hatte ich aber Lust dazu. Ich hatte mich schon einigermaßen warmgespielt und probierte wild herum und ließ dabei „den Cassettenrecorder“ laufen, den digitalen. Herausgekommen ist ein Werkstück von ca. 19,5 Minuten Länge, das durch ziemlich viele Gesichtspunkte freien Trommelns führt.  

Wir testen uns gegenseitig an. Es stellt sich im Gespräch bereits heraus, dass wir sehr viele positive Gemeinsamkeiten, ähnliche Erfahrungen, Lebenswege und Einschätzungen teilen können. Könnten. Denn ob wir sie teilen werden, das ist eine ganz andere Frage. Mit wie vielen Menschen hat man sich Zeit seines Lebens schon als „sehr gute Kumpels“ bezeichnet und genau genommen ist die Umschreibung Kumpel etwas ganz anderes als die Begriffsbestimmung „Freund“. Wovon, von Kumpelei, Kumpanei oder echter Freundschaft soll man bei Mitmusikern ausgehen? Von gar nichts von allem. Stefan nennt es Zweckgemeinschaft. Das stimmt.

Beim Überlegen, mit wem ich alles „gut Freund“ sein soll, überkommt mich allein aufgrund der Vorstellung das kalte Grausen.

So wie der Gitarrist, mit dem ich früher Musik zusammen machen wollte. Der dieses alles stets verwechselte, sich einredete. Tatsache ist, man hat es beim gemeinschaftlichen Versuch, miteinander Musik machen zu wollen, auch mit jeder Menge regelrechter Hirnis zu tun. Das hat allerdings nichts mit dem Anspruch ans Musik machen selbst zu tun.

Wir wünschen uns ja Musik, die wir gemeinsam aufführen wollen, nicht als lauschiges „social network“ mit wechselseitiger Rücksichtnahme, Respekt und Wohlgefühlen. Fest steht, dass die „gemeinsamen vibes“ erstens da sein müssen, also überhaupt existieren. Fest steht zweitens, dass man sich nichts einreden sollte, was das betrifft. Musikeranzeigen sind schließlich keine Kontaktanbahnungsbörsen für Vereinsamte, die nun im Gesichtsfeld eigener Musik Freundschaften herbeisehnen. Es hat nichts mit „Freundschaft“ zu tun, Musiker zu rekrutieren. Man müsste sonst die entsprechende Anzeige gleich in mehreren Rubriken einstellen und entsprechend verschlagworten: „Suche Mitmusiker und echte Freunde!“ .

Das kannst du knicken. „Suche Musiker, mit dem man sich auch menschlich gut versteht“ hingegen ist kein von vornherein aussichtsloses Unterfangen. Schließlich sind Schlagzeuger auch Menschen.

Gut: Es ist jetzt ausgesprochen.

(EP)