233/12: Aufnahmen: Die Band „MOK“ bzw. Minimaler Konsens (Achtziger Jahre)

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Minimaler Konsens (MOK - Aufkleber Siebdruck)

Minimaler Konsens (MOK – Aufkleber Siebdruck)

Wie viele Leute eine Retro-Seite für eine verstorbene Band linken, ist selbst mir Wurscht. Ich bin trotzdem stolz auf die „guten alten Zeiten“ und die Tatsache, dass wir bereits im Proberaum teils ganz beachtliche Dinge spielten. Heute sind diejenigen von uns, die dran geblieben sind, besser, reifer. Gereift mit den Jahren. Nur Bassist Bernd ist schon gestorben. Er starb an einem Elektro-Starkstromschlag, nicht am Bass. Ich gehörte damals sehr gern zu dieser Band. Wenn ich derartige Musik auch heute nicht mehr machen würde. Natürlich nicht.

Es gehört zu den Pflichten (!?) jedes Schlagzeugers (nicht Musikers), von sich selbst bei Zeiten anhörbare Aufnahmen zu machen. Diese wurden mit den Jahren immer besser, also konkret gesagt verbesserte sich die Aufnahmequalität erst spät. Weswegen früher alles zwar besser, aber nicht höherwertiger war. Oder so ähnlich.

Damals waren die Achtziger. Wir probten am Paul-Lincke-Ufer in unserem Proberaum in Kreuzberg. Nebenan probte Morgenrot. Die waren nicht nur besser. Die waren bekannter. Die hatten vorne am Ufer sogar ein eigenes Café. Gott, das war großartig. Und wer da noch alles probte. Wir auch.

MOK – alte Proberaumaufnahmen aus den Jahren 1984-86, genauere Daten unbekannt

Wir waren Herbert (voc, harp), Wolfgang (kb, voc.), Hans (g., voc.), Bernd (b, voc.) und „ich Tommy“ (dr., voc.).  Ich war im Anbegann vom berechtigt verdienten Schweiße meines Angesichts. Wir verprobten eigentlich nur eigene Songs, deutsche Texte. Das ganze Ding lief ein paar Jahre, wie viele genau, erinnere ich tatsächlich nicht präzise. Ein digitales Tagebuch wie dieses hier hatte ich noch nicht. Es gab noch nicht einmal ein Internet. Ja, liebe Kinder, Aufnahmen wurden auf plastikartigen, merkwürdigen Schachteln mit Lüftungsschlitzen und rollierenden Kreuzschlitz-Plastikschrauben gemacht. Dieses nannte man Audiocassetten.

Einiges Material davon ist irgendwo aufgetaucht und wurde irgendwann von mir digitalisiert. Praktisch als Datensicherung. Als wir uns trafen, um unseren verstorbenen Bassisten Bernd auf dessen Friedhofsplatz zu besuchen. Und weil wir uns ohnehin mal wieder sehen wollten. Eine Website hatten wir auch einige Zeit: Allerdings verlor der Server die Daten und alles verschwand und nun folgten wir Ulbrichts Devise:

„Niemand hat die Absicht, eine Firewall zu errichten, um wieder eine Homepage ….“

Der Rest ist Geschichte. Das ist ja auch unglaublich harter Stoff, den man da anhören kann. Viel 8oties drin. Garantiert.

(EP)