264/13: Video: Simon Philipps und das wildeste Jazztrio des Jahrtausends

Let´s get ready to rumble - drumming!

Was muss man sich über Simon Phillipps eigentlich merken? Zunächst: Man schreibt seinen Namen mit zwei „l“ und zwei „p“, das ist wesentlich. Der Nachname ist eine Neuntole („novemole“) aus neun Buchstaben mit zwei inverted paradiddlen aus „l“ (links) und „p“ (prechts). Alles klar?  Der Name Simon Phillipps ist also ganz einfach zu merken. Jedenfalls für Schlagzeuger. (Entwurf eines Musikerwitzes, für facebook-Musikerwitze)

Manchmal denke ich, wir sind als Musiker Schlagzeuger auch nur Spießer, so wie alle anderen, keinen Deut besser. Die Anderen hören und schauen sich die Wildecker Herzbuben an oder Andy Borg´s Musikantenstadl. Ich finde z.B. Helene Fischer toll, die Frau macht mich total an. Die Musik, die sie darbietet, ist scheiße. Sie singt viel zu oft ganz erheblich unter ihren Möglichkeiten. Wie schade. Diese tolle Frau.

Sie kann singen, sieht gut aus und hat musikalisch im Grunde genommen keine Grenzen. Vielleicht ist, was sie macht, ihr Lebensunterhalt und wenn dann noch Zeit übrig ist, macht sie Musik, die mich bewegt. Komisch. Womit wir bei Simon Phillipps sind. Der sieht auch gut aus. Und trommelt immer nach seinen Möglichkeiten. Nicht „underrated“.

So ähnlich denke ich über Simon Philipps. Simon Philipps als Drummer gut zu finden, ist Spießbürgertum und eine banale Selbstverständlichkeit. Jeder Drummer mag Simon Philipps. Also, und das ist die wesentliche Zusammenfassung, ich finde Simon Philipps auch toll. Wie einfach, wie banal.


Hiromi Trio Project ‚Move‘ – via Youtube

In diesem Video eines Liveauftritts ist alles enthalten, was man sich als Schlagzeuger gern vom Übertrommler Simon Phillipps abzuschauen heimlich vornähme. Macht doch. Eine Lehrsequenz, dass Trommeln nicht nur „wumms, klatsch“ ist. Accelerando…., der Herzschlag beim Durchschauen dieser 11 Minuten Unglaublichkeit…. (Erklärung hier)

Dabei tut man Simon Philipps in jeder Hinsicht unrecht, indem man ihn für einen mainstream-Musikgeschmack hält. Der Mann ist ein trommlerischer Gigant und wahrscheinlich viel zu groß, als dass ihn so ein kleines Licht wie ich angemessen beurteilen könnte. Noch etwas. Wenn Simon Philipps ausgewählt wurde, Jeff Porcaro bei Toto zu ersetzen, so ist das schon mal ein Statement. Denn Jeff Porcaro…. – Und noch etwas ganz anderes: Dass Simon Philipps auf der letzten CD von Julia Neigel Teile eintrommelte, das ist auch ein Statement. Boah.

Das wird mir wieder deutlich, weil ich versehentlich bei Universal Japan herumsurfe und dieses Video herauspicke. Was dieses Trio da abliefert, ist gräuslich. Gräuslich schön, umwerfend, weltbewegend.

Wow.

Ich werde wohl nie wieder denken, Simon Philipps sei so etwas wie das schlagzeugerische Musikantenstadl. Überhaupt: Die Amis, die Engländer und viele andere Weltnationen leisten sich Musikantenstadl nicht. Womit wir wieder direkt in Deutschland sind: Das „Musikantenstadl“ ist eine urdeutsche Sache.

Und jetzt wissen wir auch, dass derartig gute Musiker nur im Ausnahmefall aus Deutschland kommen.

Okay, ich kann mich irren, aber ich liebe es, so subjektiv wie auch nur irgendwas an solche Fragen heranzugehen. Im Grunde genommen ist der gesamte Text, der jetzt hier zu diesem Video hinzugefügt wurde, auch unwichtig.

Mir geht es nur um diese Art von Musikdarbietung. Darauf, einzig allein darauf, wollte ich hinweisen, indem ich diesen Artikel als Beiwerk hinzufügte.

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(EP)

Ein Gedanke zu „264/13: Video: Simon Philipps und das wildeste Jazztrio des Jahrtausends

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