269/13: Video: Vom Mozambik spielen und regelmäßigem Schlagzeugunterricht

Videotipp

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Was ich mich frage: Kann eine Jazzband irgendwo auftreten und sagen, „die Halle rockt“? Wir spielen zu zweit den Mosambik, Sabine und ich. Das rockt auch, ist aber sprachlich totaler Bullshit. Mosambik rockt? Wir spielen den Mosambik „locker vom Hocker“ aus. Okay, das macht jetzt kaum Sinn, das noch weiter zu verfolgen.

In diesem Video spiele ich mit meiner Lieblings-„ghost drummerin“ Sabine den Mosambik, einen Groove, für den der Schlagzeuger Steve Gadd unter anderem federführend steht. Das Video ist schön geworden, ich mag es. Da es mit 640 Pixeln dargeboten ist, aber komprimiert für schnelle Webauftritte, kommt es in der Art eines „google drum view“ daher, das Gesicht postpubertär verpixelt. Man stelle sich vor: Google entwickelt „drum view“. In der Art von open streetmap für Behinderte, mit Videos und Snapshots von Drummern an ihren Arbeitsplätzchen. Ein sehr soziales Werkzeug.

Ich habe das Video mit der App „socialcam“ aufgenommen. Wenn jetzt jemand sagt, es fehlt da „colour of life“, dann sage ich Nö, ich will keine Farbe, ich mag es, schwarz-weiß zu sehen und so habe ich es absichtlich eingestellt.

tommy tulip, master of desaster

tommy tulip, master of desaster

Ich mag die Idee der Berliner Schlagzeuger „Play Mo Beat“ (ich berichtete), dass sich Schlagzeuger zusammen tun und miteinander schlagzeugen. Das ist etwas viel besseres, als immer nur in Konkurrenzklischees zu verbleiben. Es gibt so oft diese besch…. männlichen Attitüden von „besser“ und „schlechter“ und das Ganze ist sehr leistungsbezogen aufgezogen. Es geht nicht um Gimmicks. Es geht um Grooves. Das war´s auch schon, Freunde. Bildet rhythmische Gruppen. Und kommt alle zur Berlin Drum Week, die Drumtrainer dieses Jahr im Juli veranstaltet, hier ein Link

Klaus Voormann nennt man den fünften Beatle. Die Amis sprechen seinen Namen deswegen auch „four men“ aus. Spaß beiseite. Er selbst bezeichnet sich gern als „side man“, das ist eine Art vertraulicher, unsichtbarer Platz im Bandgefüge. Der „side man“ spielte u.a. den bekanntgewordenen Bass in „You´re so vain“ der amerikanischen Sängerin Carly Simon. Mick Jagger war auch Sideman auf derselben Single, die ein Welthit wurde, er ist im Chor des Refrains zu hören, Kopfhörer auf und lauschen: Ja, da ist Mick.

So wie Klaus Voormann ein „side man“ ist, ist Sabine oft eine „side woman“, allerdings nur dann, wenn sie Unterricht gibt. Im „wirklichen Restleben“ ist sie Musikerin in „a first line“, veröffentlicht eigene Jazz-CDs, spielt in vielen Projekten Schlagzeug und macht Filmmusik. Eine ganz und gar musikalische Gesamterscheinung.


Voormann & Friends – A Sideman’s Journey

Zu seinem siebzigsten Geburtstag reist Klaus Voormann einmal um die halbe Welt und besucht alte Freunde aus seiner Vergangenheit. Eine wirklich großartig gelungene Überraschung: Klaus Voormann nimmt Max Buskohl mit. Zusammen nehmen sie u.a. den Ringo Starr-Klassiker „You´re sixteen“ auf, im Video am Ende zu sehen. Buskohl´s Vater Carl Carlton spielt Gitarre. Max singt den „Banalsong“ wie ein Rockgigant, ….mit Gänsehautcharakter! An den Drums: Ringo Starr und Jim Keltner. Unbedingt den ganzen Film ansehen! Wow!

Ich habe über Sabine schon was gesagt auf verschiedenen, mir wichtig erscheinenden Plätzen und daher die Links nochmal für euch zusammengetragen. Mir ist Sabine ein sehr wichtiger, gründlicher Mensch, jemand, der sich nie in den Vordergrund spielt, sondern eine erfahrene Pädagogin, die mit schwierigen Schülern, wie ich nunmehr mit Sicherheit einer bin, weiß auszukommen. Sie leitet mich an, bringt mich durch schwierigste Gewässer meiner Unkonzentriertheit und auch, wenn ich aus Zeitgründen leider nie genug übe, auch nicht täglich, nehmen wir bei unseren wiederkehrenden Sitzungen für zwei stets die richtigen roten Fäden wieder auf. Ganz großartige Lehrerin, ich liebe sie für alles, was sie für mich als Schlagzeuger seit 2008 schon getan hat. Für sie und mich soll auch weiterhin gelten: „We can work it out. Loud.“ So ungefähr.

Sabine ist ne tolle Trommlerin! (sagt Tina Tandler, Saxophonistin) – D´accord! sage ich (via facebook). Ich könnte es auch einfacher sagen: Stümmt.

Deswegen bedanke ich mich auf buddhistische Art und Weise am Ende des Films. Bei Sabine und für unser Zusammenspiel.

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