277/13: Video: Mikrofontest „Rode iXY“ Mikrofon, Selbst-Elchtest, die Funktion „mute“ beim Timing

Videotipp

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Mikrofontest Rode iXY

Mit Schirm, Scham & Patrone: Was gibt man von sich preis? Alles oder nichts? Alles nichts, oder? Eine Reflektion zum Drummen auf ganz niedrigem Niveau. Und ein neuer gemashuppter Musikerwitz: „Schlagzeuger! Spiel mal mehr Timing!“ „Mehr Timing? Ich kann nicht schneller!“

Ich weiß nicht genau, wie es Euch geht? Und natürlich geht es jedem von euch anders, wenn ihr diesen Satz eingangs lest. Was denn sonst? Eine Sache hat mich noch beschäftigt und ich glaube, sie war witzig gemeint. Ich habe so ein Rode iXY Mikrofon zum Antesten gebracht. Das Ding steckt man aufs iPhone oder das iPad und schon klingt es, im Zusammenspiel mit einer mitgelieferten App auf dem Telefon, viel besser. Gutes Ding, das.

Rode iXY Mikrofon (Herstellerfoto)

Rode iXY Mikrofon (Herstellerfoto)

Social network 5.0. Natürlich passt niemand noch genau auf, was er ins Netz stellt. Das Netz ist eine Art gigantisches „notebook“ (Notizbuch) des Lebens geworden. Das Tool „Socialcam“ beispielsweise. Sehr gut.

Wie aber sähe das Zusammenspiel ohne Zusatz-App aus, indem man einfach nur das Mikrofon aufsteckt und bspw. Videos aufnimmt mit Socialcam? Kein Problem, wird schnell deutlich. Das Aufsteckmikrofon ersetzt einfach das an Bord befindliche Mikro und schaltet es ab. Deutlich besser ist also die Qualität.

Womit wir beim Thema „Qualität“ angekommen sind, worüber ich kurz berichten will, durchaus in der Absicht, selbstreflektierend tätig werden zu wollen.

Dreadlocks - made by Vic Firth

Dreadlocks – made by Vic Firth

Das Video wurde in den newsstream von facebook gespült, nachdem ich es mit socialcam aufgenommen und hochgeladen hatte. Das geschieht weitgehend automatisch. Es ist die Default-Einstellung. Das Gegenteil dessen ist auch einstellbar. Du musst einstellen, dass Videos von dir zwar hochgeladen, aber nicht veröffentlicht werden. Pretty good privacy.

Ich war zu faul, das zu tun. Kurze Zeit später fand ich einen wohl witzig gemeinten Kommentar in meiner „newsline“, wie folgt:

Mir gefällt das Mikro nicht. Es versaut irgendwie das Timing 🙂 (meint facebook-Freund Oliver zu dem Video)

Darüber denke ich nur kurz nach. Ich nehme wie folgt Stellung dazu:

BD zu weit weg, Ort des Mikros: links neben HH. Oliver: Das Timing wurde komplett gemutet, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Hurtz. – Ansonsten ist der Platzierungsort zu checken, wo es besser ist. Der Sinn dieses Mikros ist es ja, direkt am iPhone angebracht immer verfügbar zu sein, auch ohne großes Zusatzgerät.

Wie auch immer: Natürlich hat Oliver recht. Ich habe mir auch wirklich nicht viel Mühe gegeben mit dem Spiel, etwa einen Clicktrack (sicherheitshalber) genutzt, sondern einfach irgendwas kurz rumgehauen. Ein Mikrofontest ist das Auschecken der klanglichen Ergebnisse, nicht die Aufnahmeprüfung zum drummer´s institute in New York (wo ich wohl gleich durchfallen würde), noch in Berkley. Aber muss ich das jetzt immer dazu sagen? Bzw. eine Art Vorspann zu Videos fest generieren, wo drinsteht: Achtung, kompletter Anfänger! Bitte nicht anschauen.

Darum ging es mir ja gar nicht dabei. Wir merken: Es gibt so Schamschwellen, die jeder für sich hat. Während der eine veröffentlicht, was er will und ohne jede Schamlippeschwelle, hadert der Nächste und fühlt sich massiv angegriffen bei dem ansatzweisen Gedanken, das könnte „öffentlich sichtbar“ sein. Lieber erst mal üben. Nicht jeden Scheiß ins Netz stellen, undsoweiter undsofort.

Ich gehöre eher zu den Schamlosen. Ich sage einfach, ich kann gar nichts, und das am besten. Das hat mal ein „verflossener“ Freund gesagt für sich als Selbstbeschreibung und von mir aus ist es so. Ist der Ruf erst einmal ruiniert, …

Nein nein, also bitte keine Leistungshows hier, mit stolzgeschwellter Brust: Seht her, ich kann 85 amerikanische rudiments bei Bedarf mit links trommeln. Denn erstens gibt es so viele gar nicht und zweitens, ….genau…., iss Wurscht.

Oliver aber, um das noch kurz nachzutragen, hat mir einen ganz neuen Gedanken gegeben, den ich wie folgt zusammenfasste:

Also ich finds ganz okay, mein Ergebnis: Mikro anders positionieren, neu probieren. Dann „Timing langsam zumischen“ (für Oliver) und „die perfekte Welle“ machen. Ein nützliches Teil. Summa summarum. Später (reminder): Mit ganzer Band im Proberaum weitertesten.

Langsam wird ein „persönlicher Schuh“ für mich draus, der mir gut passt. Ich bin nicht perfekt, werde es nie sein und strebe danach auch gar nicht. Ich befasse mich aber intensiv mit dem, was ich tue. Und ich hoffe sehr, ich werde immer besser. Eines Tages. Ja.


Florian Alexandru-Zorn zeigt, wie man „Dreadlocks“ verwenden kann

Neu aber ist die Erkenntnis, um das nochmals kurz deutlich zu sagen: Man hat im fraglichen Moment der Momente, indem der Mensch so etwas aufnimmt, immer seine eigenen Prämissen. So ein Test muss also nicht als Referenzvideo für weltweites, Grenzen sprengendes Überirdischdrummen geeignet sein. Es geht nur mal um den Sound. Es geht auch nicht um hochwertig interpretierte, einzigartige Musik. Und ganz neu ist diese Form von ganz neuem, weltbewegenden Selbstbewusstsein: Drummer aller Länder! Achtet nicht immer nur aufs Timing. Achtet auch mal auf die anderen wichtigen Sachen beim Spielen. Bei Bedarf, jetzt hier neu!, könnt Ihr ja das Timing noch langsam dazumischen.

Eines Tages werd´ ich mich rächen, …..wussten schon die Ärzte um ihren Schlagzeuger Herrn Felsenheimer, früher Soilent Green in Berlin-Spandau, und nun Hamburger. Herr Felsenheimer wurde darüber, über ähnliche Erkenntnisse vermutlich, Weltbürger, bzw. Kosmopolit. Recht hatte er.

Nachsatz: Youtube wird aber das eingangs gezeigte Video vermutlich nie löschen. Denn auf das, was ich da gespielt habe, hat nicht nur Benny Greb, Thomas Lang oder Virgil Donati das Urheberrecht. So! Jetzt ist es raus!

(EP)