315/14: Video: Der „Mangambe“, ein Groove aus Kamerun

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Ikonen spielen in der Pop- und Rockwelt eine große, wichtige Rolle. Weil man mit einer Ikonografie gleich etwas wiedererkennen kann. Das ist der Sinn dessen.

Selbiges gilt auch fürs Schlagzeugen an sich. Der Mangambe zum Beispiel ist ein afrikanischer Rhythmus. So weit, so gut. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer aus Rhythmus“…. oh Gott, woran mich das erinnert. Richtig ist: Afrikanische Rhythmen machen Spaß.

315/14: Video: Der „Mangambe“, ein Groove aus Kamerun

Auf der Website musikmachen.de hat der Schlagzeuger Markus Leukel den Mangambe gut erklärt, nein vorbildlich erläutert. Hat ihn gespielt und eine Art Tutorial davon ins Netz gestellt. Dies Tutorial ist ein guter Ausgangspunkt, um den Schweinehund zu üben. Nach einer kurzen Weile der Einübung funktioniert der Groove schon recht gut.

Zwei Dinge möchte ich hervorheben.

Mangambe Noten (Quelle: Markus Leukel)

Mangambe Noten (Quelle: Markus Leukel)

Die obige Variante kann man das „Basis-Pattern“ nennen. Abwandlungen davon erklärt bspw. Markus Leukel in seinem Tutorialvideo auf musikmachen.de, es ist unten verlinkt.

Zum einen habe ich hier auf dem Video zwei „flat toms“ im Einsatz. Das sind die „Abschnitte“ von zwei großen, früher kubischen Trommeln in den Abmaßen 12 X 12 und 14 X 14 der Firma Sonor. Das Sonor Signature aus Rosenholz stammt aus den Achtziger Jahren.

Ich hatte meine zwei Toms vor einiger Zeit bei dem Berliner Schlagzeuger-Bauherr (!) Ralf „Pommes“ Pommerenke einkürzen lassen. Bei den Abschnitten, die also übrig blieben, verhandelten wir noch eine Weile. Erst hieß es, da könnte man „flat snares“ draus bauen. Das ist sicherlich richtig. Allerdings reichen mir die, die ich habe und ich brauche nicht unbegrenzt weitere.

Mehr schien mir die Idee „wegweisend“, die Trommelabschnitte (zur Klarstellung: wer ein 12 X 12 um ca. 5 Zoll einkürzen lässt, hat dann ein 12 X 7. Übrig bleibt ein Abschnitt von 12 X 5, richtig? Ihr könnt folgen? Ergo habe ich nun zwei Resttoms von 12 und 14 X circa 5, das ist verdammt flach.

Als Ergebnis seht Ihr hier zwei Hängetoms.

Wozu? Ja, warum nicht? Auf der facebook-Seite „Sonor Signature“, einer Fanseite für dieses grandiose Schlagzeug, fragte der Drummer Michael Bugla noch einmal besorgt nach: „Wie kann man nur ein Sonor Signatur in mehrere Stücke schneiden?“ Ich antwortete recht lapidar, aber durchaus ernst gemeint und ebenso in english: It´s like in the Song of Pink Floyd: One of these days I´m going to cut you into little pieces“

Pink Floyd in Pompeji – Filmausschnitt

Und in der Tat ist „in kleine Stücke“ schneiden möglicherweise viel zukunftsträchtiger, ja ausbaufähig. Gegenüber der Idee, alles wegzuwerfen und aus der Benutzung im eigenen Leben zu entfernen, kann das passgerechte Zurechtschneiden von Tomlängen eine Alternative sein. Eher komplizierter scheint die Rückwärtsrolle, die aus technischen Gründen wohl unmöglich ist. „One day I´m goin to cut you into little pieces“ ist daher wie ein Protest der Generation 50Plus zu verstehen, die sich auflehnt, gegen die zuckersüße Forderung von Julia Winkelmann, Poetry Slammerin, die sich auf einen israelischen Song bezieht und damit Millionen Klicks einfährt: „One day, baby, we´ll be old, oh baby, we´ll be old and think of all the good things, that …

Ja, genau.

Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby werden wir alt sein und an all die Geschichten denken die wir hätten erzählen können. Als Alternative zu konventionellen Toms?

Als „entweder/oder“? Also als „kleines Besteck“ im Rahmen eines Drumsets ausschließlich nur aus kleinen, bzw. besser flacheren Trommeln. Einerseits.

Das große Besteck ist ebenfalls vorhanden. So wird aus einem Schlagzeug am Ende ein alternativfähiges Mehrfach-Drumset in „jeglicher Coleur“. Gut, der Rest des Schlagzeugs hier im Video ist ein Ayotte, sehr schönes Set, klingt richtig gut. Zur Klarstellung: Im Video siehst du die zwei Rosenholz-Flattoms, alles andere gehört zum Unterrichtsequipment.

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