344/14: Knowledge.Lessons: Somewhere Over The Rainbow sitzt Jeff Porcaro auf Wolke „Sieben“ und trommelt den Mushanga!

Somewhere Over The Rainbow

Wir sind als Drummer heute in unseren Gedanken bei einem der überzeugendsten Drummer weltweit: Dennis Chambers, aktuell in gesundheitlich ernstzunehmenden Schwierigkeiten, wenngleich sich die Nachrichtenlage heute Morgen etwas bessert: Es heißt, er sei aus einem Koma erwacht und man hege große Hoffnung. Genaueres weiß man nicht und es geht uns ja eigentlich auch nichts an. Es ist vielmehr so, dass wir „Prayers“ senden, gute Gedanken und Gebete,  für einen der ganz Großen der Drummerszene weltweit.

Da wir aber schon auf Wolke sieben sitzen und uns gedanklich mit der Vergangenheit befassen, bekamen wir vor ein paar Tagen Gelegenheit, diesen ganz echten, brandenburgischen Landregenbogen zu fotografieren. Dann dachten wir an einen ganz, ganz dicken Haitianer, der längst verstorben ist und der zu seiner Ukulele eben jenen Song gesungen hat, und das auf eine ganz und gar unvergleichliche Art und Weise, sehr berührend.

Und während wir so schwelgen in wohliger Wärme unserer Erinnerungen, fällt uns Jeff Porcaro ein, einer der „drummer´s drummer“ aller Zeiten, viel zu früh gegangen. Aber wir sind nicht jammerig, sondern jam-mig. Interessiert an Jams, an jam sessions mit guten Musikern. Mit solchen, die uns inspirieren, und von denen wir etwas lernen können. Jeff hat viele Standards weltweit gesetzt, in schlagzeugerischer Hinsicht, einer davon nennt sich „Mushanga“ und mit dem befasse ich mich gerade.

Jeff Porcaro (Drummer)


Toto Mushanga(?????) Drum Cover

Und auch „die Japse“ (Spaß, nicht despektierlich gemeint). tochki aus Japan jedenfalls trommelt das Grüfchen (Verniedlichung von „groove“) schon recht überzeugend, finden wir und geben es daher zum dekantieren, zum auslüften, als anti pasti, als Vorspeise. Dieser Artikel soll den Mushanga aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und durchleuchten.

Erklären lassen wir den Meister himself den Mushanga und bilden ein Video aus den Achtziger-Jahren dazu nachfolgend nochmals ein, dass wohlbekannt ist in Drummers Kreisen. Sogar bei den Rechtecken.


Jeff Porcaro – Mushanga (Variations of a groove)

Wolke Sieben: „The Seventh One“ (Name eines Toto-Albums)

Das Video erklärt mit den Worten des Gruufmeisters selbst, worum es beim Mushanga geht. Als Vorübung zum Groove gilt folgende Hihat-Figur, die sich nach dem „rundspielen“ und „einschreiben“ ins körpereigene Muskelgedächtnis später (in der 2. Stufe) auch „verteilen“ lässt. Zunächst geht es darum, diese Figur „auf einem Instrument“ so lange zu üben, bis es flüssig von der Hand geht. Später kommen noch „Akzente“ hinzu.

Der Sinn des Lebens, Teil #79 "Mushanga-Groove-Figur"

Der Sinn des Lebens, Teil #79 „Mushanga-Groove-Figur“

Hier bereits ausnotiert (Quelle: drumcoach-berlin.de) sind im wesentlichen zwei aufeinanderfolgende Handsätze von „links“ und „rechts“, zu deren Einarbeitung ins Muskelfasergewebe man durchaus zwei, drei konzentrierte Unterrichtseinheiten (oder Übeeinheiten) braucht. Geht das erst einmal von der Hand, kann die Verteilung (zweite Zeile drunter) erarbeitet werden. Die Verteilung über Toms ist ein bemühtes Stück Handarbeit und lässt an Variationsmöglichkeiten im Grunde keine aus. Es empfiehlt sich, sich dem Groove jedoch erst einmal mit einem strikten Ausführungsmuster (z.B. wie hier oben) zu nähern.

Variieren kann man später immer und ehrlich gesagt, das sollte man auch. Das macht Spaß und ist gut geeignet als Basis unendlicher Schöpfungshorizonte für neue, tolle Rhythmen. Wow, Jeff, gut gemacht.


Israel _IZ_ Kamakawiwo’ole – Somewhere over The Rainbow [Official Video]

Bleibt nur noch, dem übungsinteressierten Schlagzeuger ein „Playalong“ anzubieten, zu dem er die neugewonnenen Erkenntnisse praktisch umsetzen kann. Und warum auch nicht? Hatte doch dieser Artikel einen sagen wir etwas merkwürdigen Quereinstieg. Von vorn nach hinten durch den Regenbogen und ein kurzes Stück drüber weg, da wo Jeff Porcaro jetzt auf Wolke sieben sitzt und begierig nach neuen Ufern sucht. Vielleicht ist es ja so, wir wissen es nicht.

Dennis Chambers, USA

Wir erinnern noch einmal an die ganzen guten Gedanken für Dennis Chambers (siehe ganz oben) und indem wir jetzt diesen Playalong zum Üben des Mushanga anbieten, der eigentlich keiner ist, schließt sich der haitianische Kreidekreis. Die Welt kann so einfach sein, so schön und wir so glücklich. – Habt Ihr den obigen Playalong gewissenhaft geübt, Stichwort: slow motion, könntet Ihr das Original huldigen. Bitte schön.


Toto – Mushanga (The Seventh One)

Weiter üben…