357/14: Audio: Das Audiograb von Kraftwerk lag nicht in Düsseldorf, sondern Berlin

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Zoom H4 Handy Recorder

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Ein Song, den ich immer sehr mochte, ist „Das Model“ von den elektronischen Düsseldorfer Giganten KRAFTWERK.

Wie das ist, wenn eine Band versucht, so ein Stück nachzuspielen und das ohne jedes Keyboard? Nun, es ist keine Frage der Werktreue. Vielmehr geht es darum zu interpolieren. Zwischen dem Original, eigenen Versatzstücken, Erfahrungen und Noblessen. Auch Blässen, musikalische, eigene, sind von Bedeutung. Was sich anhört, als wäre jemand auf Koks, ist in Wirklichkeit eine Audioaufnahme bei klarem Sinn und Verstand.

Die Aufnahme datiert auf den Dezember 2004 und ist nun etwa 10 Jahre alt.

Sie handelt als Collage und Ideenskizze von der Annäherung an das, was Zuhörer für gewöhnlich einen Song nennen, den sie kennen.

„Ja, schon mal gehört, sag mal, ist das nicht von Kraftwerk?“

Nicht ganz.

Lustig, solche „digitalen Ratten“ wieder auszugraben.

Ihr kennt das Problem: Alle fünf bis acht Jahre, so empfehlen Fachleute, soll man digitale Daten umsichern, kopieren, anderswo erneut abspeichern. Und als wäre ein Schelm in diesem System, hören sich tatsächlich heute viele dieser alten Aufnahmen an, als hätte die Musikcassette gelitten. Es gibt auch ein digitales Rauschen, ähnlich dem Bändern. Die Aufnahmen wurden seinerzeit bereits digital erzeugt.

Jetzt muss sich der geneigte „Datensicherungsexperte“ (in diesem Fall: ich) fragen, und zwar bei jedem Stück:
Ist das Kunst oder kann das weg?

Was diesen Schnipsel anging, entschied ich mich für „Kunst“.

Gar so leicht war´s nicht. Soviel sei noch verraten.