516/18: Erinnerungen: Jon Hiseman

Drummer 05 (gif) #Animal


United Jazz & Rock Ensemble – Ausgeschlafen (live 1987)

UNITED JAZZ + ROCK ENSEMBLE
Theaterhaus, Stuttgart (Germany) February 28, 1987

Ack van Rooyen (trumpet)
Ian Carr (trumpet)
Johannes Faber (trumpet, flugelhorn)
Albert Mangelsdorff (trombone)
Charlie Mariano (alto sax)
Barbara Thompson (tenor sax, flute)
Wolfgang Dauner (piano, electric piano)
Volker Kriegel (guitar)
Eberhard Weber (bass)
Jon Hiseman (drums)

In memory of
Ian Carr, Volker Kriegel, Albert Mangelsdorff, Charlie Mariano

Es gab diese durchgeknallten CDs bei 2001, dem Versand mit Sitz in Frankfurt/Main, aber mit so Heftchen. Ich erinnere das noch genau. Ihr auch? Ins Auge stach, nein, ins Ohr dominierte der Drummer: Jon Hiseman. Ein Ausnahmedrummer, flüssig, ätherisch, ganz großes Kino.

Philip John „Jon“ Hiseman (* 21. Juni 1944 in Blackheath, London) ein britischer Rock- und Jazz-Schlagzeuger. Er gilt als eine „Galionsfigur der britischen Szene“. Legendär sind seine bis zu 15 Minuten andauernden Schlagzeugsoli mit einem Doublebassdrumset.

Er selbst sagte über sich: „„Es ist meine persönliche Spielweise, dass ich Jazz- und Rock-Rhythmen miteinander verbinde. Ich spiele nie auf dem Beat, sondern es ist immer eine fließende, schwebende Bewegung in meinen Trommeln.“ – Das ist eine Art Mantra, ein Gebetsbuch, ein unerfülltes.

Jon Hisemann liegt, während wir diese Zeilen verfassen, im Koma und es ist prognostiziert, dass er die nächsten Wochen nicht überleben wird. Ein Gehirntumor bahnt sich seinen Weg. Rücksichtlos. Was bleibt?

Die Spezialistengruppe Musikerwitze auf facebook hat seiner gedacht. Erinnerungen an einen der größten Drummer aller Zeiten. Jon, we love You, peace & respect, Mist, Jon, das Trauern macht einen irgendwie auch ein bisschen ohnmächtig.

Wenn doch die Welt…..

 

515/18: Video: Michael van Merwyk – Breaking The Law #Tageslied #LieddesTages

Drummer 06 (gif) #Sticks


Michael van Merwyk – Breaking The Law (Judas Priest-Cover)

Vom Album „Songster“. Live aus der Wolkenschiebar, Bielefeld.
Ein Songster ist sowas wie ein Vorgänger des Bluesman, mit einem wichtigen Unterschied: Er spielt nicht nur den Blues, sondern alles, was er will – und genau das tut Michael van Merwyk auf seinem neuen Album „Songster“. 15 Songs hat sich der Gitarrist und Sänger vorgenommen, für den Genregrenzen keine Rolle spielen. David Bowie, Judas Priest, Depeche Mode, traditionelle Folk-Songs aus vergangenen Jahrhunderten. Er reduziert die ausproduzierten Originale auf knorrige Akustikversionen: kein Ton zu viel oder zu wenig in den sparsamen Arrangements. Dr. John oder Johnny Cash singen Songs von Iron Maiden und The Clash, mit John Lee Hooker oder Blind Willie Johnson an der Gitarre: So könnte das klingen – ein bisschen schräg, aber mit Spaß.

Live aufgenommen im Bielefelder Watt Matters Studio: keine Kopfhörer, keine Tricks. Das wirkt und sorgt für ein Gefühl von Nähe. Bei geschlossenen Augen glaubt man, zwischen den Musikern zu sitzen. Mit dunkler Stimme holt Michael van Merwyk alles aus den Songs heraus: „Breaking The Law“ singt er um Oktaven tiefer als Rob Halford von Judas Priest – aber mindestens genauso ausdrucksstark. „Songster“ beginnt, wir hören Steve Bakers sehnsüchtige Harp, die Dobro kommt dazu, und wir sind mittendrin in Bowies „Heroes“ – eine unfassbar gefühlvolle Version des Meisterwerks. „Should I Stay or Should I Go“ kommt lockerer als bei The Clash, hat aber denselben Drive dank minimalistischer Begleitung von Drummer Micha Maas und Klaas Wendling am Kontrabass. Auch solo produziert Michael van Merwyk volle Energie: Hier spielt ein erfahrener Live-Performer, der weiß, wie man die Leute allein von den Stühlen holt.

Live 2018
25.05. Mettmann, tba
26.05. Ahrensburg, Musiknacht
26.05. Bremerhaven, SeeStadtFest
30.05. Bielefeld, Abendmarkt
06.06. Osnabrück, Büdchen am Westerberg
08.06. Bielefeld, Extra Blues Bar – CD-Release-Konzert
15.06. Rügen, Blue Wave Camp
30.06. Magedeburg, Jazzfestival
06.07. Valle Maggia (CH), Magic Blues
19.07. Hamm, Sommerspass Open Air
20.07. Gütersloh, Blue Fox
26.07. Hemer, Soundgarten
Label: http://www.timezone-records.com
(Vorstehender Text: Timezone Records, von mir gekürzt)

Jetzt geht sowas viral. Mit Pfiff interpretiert, eigen, und doch erwartungsgemäß.

Wohnzimmeratmo, ist das Rheda Wiedenbrück? Nein, Bielefeld. Das ist so ähnlich, für überhebliche Berliner. Ich sag Euch was: In Bielefeld steppt der Blues- und Countrybär. Es macht schon Spaß, einen Judas Priest auf diese Weise kongenial gecovert zu sehen und zu hören.

Viel Spaß.