519/18: Audio-Paparazzi: Das Stück „Black Orpheus“ hat mit The Boss Hoss so viel zu tun, wie blühende Tulpen mit skurrilen Jazzvögeln. So ist es.

Manhã de Carnaval (deutsch: „Karnevalsmorgen“) ist ein von Luiz Bonfá und Antônio Maria komponierter Bossa Nova, der sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Jazz-Standard entwickelt hat. Das Lied wurde 1959 als eines der Musikstücke für den brasilianischen Film Orfeu Negro komponiert und gesungen und gesummt von Agostinho dos Santos (dargestellt von Breno Mello als Orfeu) und Elizeth Cardoso. In der Folgezeit, als auch zahlreiche andere Bossa-Nova-Stücke von Jazzmusikern aufgegriffen wurden, wurde er von mehreren vorwiegend brasilianischen Künstlern neu aufgenommen und fand Eingang in die internationale Jazz-Szene. Der Song ist heute besser bekannt unter dem Titel Orfeo Negro oder englisch Black Orpheus. Verbreitet ist auch der Titel A Day in the Life of a Fool, unter dem Manhã de Carnaval von Carl Sigman mit neu verfasstem Text veröffentlicht wurde. Die Schlagersängerin Alexandra sang eine deutsche Version von Ernst Bader mit dem Titel „Das Glück kam zu mir wie ein Traum“. Georgette Dee hat diese Version wiederum als Chanson etabliert.

Von Zeit zu Zeit veröffentliche ich eigene Aufnahmen. Auch auf diesem Song spiele ich das Schlagzeug.  Immer veröffentliche ich Aufnahmen zeitversetzt und so viel später, als man gemeinhin annehmen kann, die Trends hätten sich inzwischen geändert. Ich bin weder ein irischer noch eine Trendsetter: Auf gar keinen Fall will ich mit altem Geschirr noch berühmt werden, möglicherweise sogar versehentlich.

Ich bin hier nicht zum Tratsch, sondern aus erlebnismusikalischen Gründen und so verschweige ich die Mitmusiker und nenne es das Grab des unbekannten Bossa Novisten. Ich zeige heute mit Verspätung das Stück Black Orpheus, zu dem oben das Wichtige gesagt ist.

So. Nun ist es raus. Das wurde aber auch Zeit.