520/18: Audio: Vom Mastern auf Plattformen im Internetz

Ja gut, das ist jetzt so ein Wald- und Wiesen-Mastern von Disastern.

Eine ganz gewöhnliche Blues-Aufnahme „I need Your love so bad“ mit allem drum und dran. Das Ganze hochgeladen auf eine Plattform namens landr.com. die sich anbietet, Audiomaterial zu mastern. Das was Du hier hören kannst, sind 192 kbit Auflösung, also bei weitem das Schlechteste, was man sich bieten lassen kann. In der Bezahlversion gibt es bis zu WAV-Dateien und vermutlich hören sich Songs auf dieser Plattform auch nur dann gut an, wenn sie nicht im Proberaum wie in einer Art Kläranlage aufgenommen wurden.

Genaueres weiß ich noch nicht.

Aber einen Versuch war es wert. Fest steht: Es klingt doch schon ganz erheblich besser, als die etwas muffligere Vorlage.

Nächstes Mal gibt man sich Mühe und zahlt dann auch dafür, damit es sich wirklich amtlich anhört.

Danke fürs Mithören.

519/18: Audio-Paparazzi: Das Stück „Black Orpheus“ hat mit The Boss Hoss so viel zu tun, wie blühende Tulpen mit skurrilen Jazzvögeln. So ist es.

Manhã de Carnaval (deutsch: „Karnevalsmorgen“) ist ein von Luiz Bonfá und Antônio Maria komponierter Bossa Nova, der sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Jazz-Standard entwickelt hat. Das Lied wurde 1959 als eines der Musikstücke für den brasilianischen Film Orfeu Negro komponiert und gesungen und gesummt von Agostinho dos Santos (dargestellt von Breno Mello als Orfeu) und Elizeth Cardoso. In der Folgezeit, als auch zahlreiche andere Bossa-Nova-Stücke von Jazzmusikern aufgegriffen wurden, wurde er von mehreren vorwiegend brasilianischen Künstlern neu aufgenommen und fand Eingang in die internationale Jazz-Szene. Der Song ist heute besser bekannt unter dem Titel Orfeo Negro oder englisch Black Orpheus. Verbreitet ist auch der Titel A Day in the Life of a Fool, unter dem Manhã de Carnaval von Carl Sigman mit neu verfasstem Text veröffentlicht wurde. Die Schlagersängerin Alexandra sang eine deutsche Version von Ernst Bader mit dem Titel „Das Glück kam zu mir wie ein Traum“. Georgette Dee hat diese Version wiederum als Chanson etabliert.

Von Zeit zu Zeit veröffentliche ich eigene Aufnahmen. Auch auf diesem Song spiele ich das Schlagzeug.  Immer veröffentliche ich Aufnahmen zeitversetzt und so viel später, als man gemeinhin annehmen kann, die Trends hätten sich inzwischen geändert. Ich bin weder ein irischer noch eine Trendsetter: Auf gar keinen Fall will ich mit altem Geschirr noch berühmt werden, möglicherweise sogar versehentlich.

Ich bin hier nicht zum Tratsch, sondern aus erlebnismusikalischen Gründen und so verschweige ich die Mitmusiker und nenne es das Grab des unbekannten Bossa Novisten. Ich zeige heute mit Verspätung das Stück Black Orpheus, zu dem oben das Wichtige gesagt ist.

So. Nun ist es raus. Das wurde aber auch Zeit.

518/18: Concert Review: Nils Landgren & Friends im Lokschuppen Pasewalk am 02.08.18 – What`s The Colour Of Magic? Landgrens bestes Stück.

Was gibt es dazu zu sagen? Nils Landgren, vielen von Funk Unit besser bekannt als vom Rest, europaweit und Freunde. Am Klavier Sebastian Studnitzky, am Doublebass Lisa Wulff, am Schlagzeug Wolfgang Haffner – dazu der Conferencier alter Schule: Nils Landgren, the man with the red horn (Posaune), Sänger zugleich. Er hat bei Abbas „Voulez vous“ mitgeblasen und gesungen, auf anderen Platten, hat selbst welche rausgebracht und ist hier nun im Kreis illustrer Freunde. Einzig Lisa Wulff kannte ich vorher nicht, aber ich recherchierte im Voraus dann doch noch. Und ganz wunderbar: Die Frau macht ordentlichen Zupfdruck. Pardon Eindruck.

Mit Wolfgang Haffner an den Drums, über den Worte zu verlieren obsolet ist und mit Sebastian Studnitzky (Piano) wechselte ich bei Gelegenheit der Halbzeitpause zum Erfrischen und zum aufs Klo gehen ein paar bedeutungsschwangere Worte. Beiden dankte ich einmal persönlich für ihre Musik und die Tatsache, dass es sie so gibt, wie ich sie seit langem kenne und beobachte. Auch mit einer etwa 20-jährigen Schnarre von der Festivalorganisation wechselte ich manche Worte lieber nicht: „Warum fotografieren Sie denn hier?“ Ich: „Für mich.“ Gleich schnarrte sie los: „Das ist verboten.“ „Fick Dich.“ (Das habe ich nicht gesagt, selbstverständlich.) Hömma, Mädel, was weißt denn Du, was ich voll die Ahnung haben tu von bester Musik und schreib ich Chroniken von Narnia oder so ähnlisch, Du dummes Huhn? – All dies nicht gesagt. Punkt.

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513/18: Video: Teenage Drummer Girl und ihre ersten Versuche, Reggae zu trommeln #BabylonbyBassdrum #Rastadrums

Videotipp


Teenage Drummer Girl plays Reggae 1st Time“, ‚Boat Bar‘, Negril, Jamaica, 2012

Teenage Drummer Girl aus Montreal (Kanada) hat dort eine eigene Band.

Nun ist sie mit Eltern auf Jamaica und setzt sich hinters Drumset. Das kann man ja ruhig mal machen.

Was dann passiert, ist schön anzusehen. Alles gut.

Positive! Rastamens Vibrations, yeah! One World, one love.

512/18: Video: Neues direkt aus London von Benny Rich. Bzw. Buddy Greb. Es geht um Drums.

Let Them Eat Drums: #Meinl #Byzance #Tradition #LightRide


Benny Greb plays Buddy Rich (compilation)

This is the second of a cppl of clips that i will post from the BuddyRich tribute concert that i did with the Royal College of Music BigBand in London. This is a great compilation of a number of Tunes we played that night. it was such a joy to play this material and i hope you have fun checking it out too. pls understand that i cannot post everything in full length cause of copyright reasons Thanks again to everyone at the college and Guy Barker (Leader) and of course Buddy Rich for the inspiration filming: Florian Schmuck editing : Florian Schmuck /Adam Tuminaro sound: Sven Peks photo: Gerhard Kühne (Text: Benny Greb, YouTube)

 

Einer meiner näheren Kupferstecher aus Gründen ist Felix, der Rapper. Wenn er ins Publikum chantet: Ich sag „Geile“, Ihr sagt „Scheiße“, antwortet das Publikum nach dem zweiten, dritten Anlauf richtig: „Geile Scheiße, geile Scheiße“.

Und ungefähr so muss man auch diese bereits uralten Aufnahmen (damals wurde noch schwarzweiß gedreht) aus London nehmen und sehen. Der Mann am Schlagzeug heißt Benny Rich, wird aber von manchen auch Buddy Greb genannt. Dazu muss man ihn aber etwas besser kennen.

Gut getrommelt, Herr Greb. Wir ziehen den Hut. Chapeau.

Restaurant in Peace, Buddy Rich, habe ich gerade eingegeben, aber da hat die Autorkorrektur den Text einfach willkürlich geändert. Ich hasse das.

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508/18: Video: Groove gibt Brot, Arbeit und Anerkennung – Und Stockhaltung ist so Vinnie, oder eben auch nicht


Chick Corea Vinnie Colaiuta John Patitucci Humpty Dumpty Live HD

Chick Corea Akoustic Band is Chick Corea on acoustic grand piano, John Patitucci on acoustic bass and Vinnie Colaiuta on drums performing Humpty Dumpty. The jazz classic is originally from Chick Corea’s 1978 album The Mad Hatter. Very fine individual piano, bass and drum solos (5:56) are included. Chick Corea New Akoustic Band was live in concert at The Blue Note, Tokyo, Japan in November 1992.

Vom Stockspiel besessen: Vinnie Colauita, Drummer, hier im Trio.

Neulich wechselte ich die führende Hand. Open Handed: Hihat-Führung mit links, also nicht von rechts und über Kreuz.

Mein Bassist bemerkte am Ende des Stücks: Nicht die Hand wechseln. Sonst geht der Groove flöten. Ich sagte: Entschuldigung, das war nicht meine Absicht. Ich wechsele, um das zu üben. Die Idee von Open Handed habe ich von vielen Drummern: Simon Phillipps tut es. Claus Hessler tut es. Ich tue es zuweilen. Ohne dabei sonderlich gern den Groove zu verlieren. Das nun gar nicht. Jedenfalls nicht absichtlich. Das Ziel ist immer eine mindestens genau so starke linke wie die rechte. Bumm tschak.

Paradiddle. Diddle.

Und die Stockhaltung: Mein Bassist sagte nun, diese Stockhaltung, wie wenn man es nicht kann. Er meinte den „traditional grip“ – Besser ist der matched grip. Traditional grip, das groovt nicht. Ich wende vorsichtig ein: Doch doch, spielen viele traditional grip und groovt wie Sau. Mir fallen viele Namen ein. Todd Sucherman, Steve Gadd. Ach ja, Vinnie. Mein Bassist sagt: Aber du bist nicht Vinnie. Da hat er wirklich recht.

Leider, leider.

497/17: Aufnahmen: Die Jazzballade, Patina auf der Lampenschale, Miles & more, Mojito und Erinnerungen an Portugal

Als Ballade in der Unterhaltungsmusik werden melancholische Stücke in langsamem Tempo bezeichnet. Für Rockballaden wird auch der Begriff „Power-Ballade“ verwendet. Balladen von Liedermachern legen das Schwergewicht auf den Textinhalt. Bei Liedern, die im Songverlauf den Balladen-Charakter verlieren, spricht man bisweilen von „Halbballaden“. Beispiele dafür sind Stairway to Heaven (Led Zeppelin) oder One (U2). Im Jazz spielt der Schlagzeuger bei langsamen Stücken erzählenden Charakters oft mit dem Besen. Bei Rockballaden werden in Konzerten oft Feuerzeuge oder Handys hochgehalten, um ein Lichtermeer zu erzeugen. (zusammenstellt aus Wikipedia, deutsch, zu „Ballade“)

Der Zuhörer einer Jazzballade hält hingegen ein nasskaltes Stimmungsgetränk in der Hand, an dem er in sich versunken nippt, häufig an einem Tisch sitzend, mit Kerzenbeleuchtung, mindestens aber bei gedämpftem Licht im Saale wegen der Patina der Lampenschale. Weniger in Halle/Saale. Soweit zur Poplyrik. Wenden wir uns jetzt etwas ganz anderem zu.

Ich kann berichten, dass mir das Spielen von Jazzballaden immer sehr gefällt. Der Grund: Sie sind langsam, sparsam, meditativ. Sie leben vom Weniger, nicht mehr. Action ist abgesagt, die Ruhe in Person ist es. Keine Artistik. sondern „Der Ton“, hohes Maß Spannung, bloß kein künstlicher Klimax oder irgendeine Art von Selbstbeweihräucherung. Die Ballade ist es in sich selbst. In jener Zeit meiner ersten Anbahnungsversuche mit Jazz waren es immer Balladen verschiedener Jahre eines Miles Davis, dies sind allerfeinste Momente voll Kontemplation.

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496/17: Aufnahmen: ‚Angel Eyes‘ – Arranged by David Lynch ;-)

Musiker:
Ittai Rosenbaum (p)
Karl Schloz (g)
Stuart Kemp (b)
Tommy T. Tulip (dr.)
recorded September 22nd, 2017, Berlin

Hätte David Lynch „Angel Eyes“ arrangiert, klänge es vielleicht so?

Es handelt sich nicht um eine Tatsachenbehauptung. Sie ist rein fiktiv und fiel am Ende des Stücks im Raum, nachdem die beteiligten Musiker das Stück sich selbst gegeben hatten. Wie am Ende der Aufnahme zu hören ist.

Schon anhörbar, wenn man Jazz mag. Mag man keinen, ist das Vorhören nicht verboten. Vorhören, den Jazz anhören wie Vorboten. Von Schlauchbooten, über den Atlantik.

That’s where the jazz came from earlier.

Das Lied des Tages: Viel Spaß mit „Angel Eyes“. Ich hab es Euch ausgewischt. Mit Besen.

482/17: Netzgefischt: Bertram Engel, Schlagzeuger von Udo Lindenberg + Peter Maffay #DrummersDiary

Netzgefischt Banner (png)

Videotipp


Bertram Engel – Udo Lindenberg & Peter Maffay// Drummers Diary

Er ist sicher No. 1 als Germanys One & Only Stadiondrummer. 4 on the floor, wie kein anderer.

Inzwischen sitzt er an einem Set von DW (Drum Workshop), das an Herbert Grönemeyer erinnert: Schiffsverkehr. Mit Schrauben, Haken, Tammahanken. Bruder Berte, an den Händen große Pranken. Soft Cell, mit Schlagzeughandschuhen. Soweit wir erinnern, beginnt sein öffentliches Auftreten irgendwann 1975 mit langen, blonden, engelsgleichen Haaren. Apropos: Es gibt noch Guerilla-Videos aus dem Berliner Quartier Latin, die die „Gebrüder Engel“ zeigen, jene Gruppe, in der Berte zusammen mit seinem Bruder räudigen Rock ablieferte. Tja, die Geschichte, wer’s gugelt.

Im Video wird auch die Arbeit des Drumtecs Benji Johl gewürdigt, die die solide Basis für Stadiondrumming at it’s best ist: Sehr ehrlich, kein Schleimer, der Berte sagt, wie es wirklich war.

Drummers Diary, das Schlagzeugertagebuch, eine offenbar sehr stark fokussierte Internetbegleiterscheinung der besonders netten Art. Unbedingt ansehen.

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478/17: Aufnahmen: Es ist ein Lachen zu verkaufen.

P/Kb: Ittai
G: Karl
B: Christian
Dr.: Tommy

Veröffentlichungsdatum:
9 Juni 2017

Man sagt, es heiße Proberaum, weil so ein Raum zum Proben da sei. Das stimmt nicht ganz: Denn in Wirklichkeit ist so ein Raum auch eine Art Probierzimmer. In dem der Musiker etwas ausprobiert. Wenn er darf, wenn man ihn lässt. Der Proberaum ist eine Art vorgeschaltetes Geheimvestibül. Ob sich etwas gut anhört oder zum Kotzen ist, kann hier ausprobiert werden. Damit sind eben gerade nicht jene sicheren Augenblicke gemeint, in denen niemand wie sonst an (zu) verabredeten Partituren klebt und der Zeremonienmeister sein Ding (den Taktstock) schwingt und mit gestrengem bling bling (Blick) über die Einhaltung von Spielregeln wacht. Sir ßeimon Rättel beispielsweise. Dieser alte Hippie: Der hat die Haare lang. Und grau.

Wir wissen also nun, dass der Proberaum auch eine Art Illuminatenkammer für ganz außergewöhnliche Ideen ist. Hier steht der Fänger im Roggen, der Bauer im Weizen und der Kirkpatrick im Bossa Nova. Schuld ist nur der. Womit wir nun beim Thema sind: Ein Bossa (Chef), einer Nova (Erneuerer). Entweder fügt sich nun zusammen, was zusammengehört. Oder man hört, irgendwas hat gestört. War es ein falsches Cymbal, eine dissonante Elektrolaute, ein basslastige D-Kadenz oder gar eine ganz gewöhnliche, miese kleine Harfennutte?

Antwort: Lächeln lässt sich nicht verkaufen, Man muss schon laut lachen können. Laugh For Sale. Ist das nicht zum Schreien lustig? Nein? Entschuldige Deine Gelangweiltheit.

Das drummatisch dargebotene Jammsessionstück des Tages: Love For Sale. – Nicht das gleichnamige Album von Boney M., auf dem Bobby Farrell in Alufolie-Unterhosen über den ihm zu Füßen liegenden Sängerin mit einer Eisenkette wacht – Dies Plattencover, bitte nicht gleich downloaden, auch wenn ein großes Poster beiliegt.

Verwechslungsgefahr gebannt: Dieser Drops wäre nun gelutscht.

Viel Spaß.

451/16: Positionen: Jazz

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Schüler: „Ich musste heute in der Schule einen Swing-Rhythmus spielen.“
Ich: „Ok, und wie hast du das gemacht?“
Schüler: „Ich hab einfach ein bisschen falsch gespielt…“
Urheber: Das Leben; Kindermund tut Wahrheit kund
Quelle: Thorsten Reeß, Schlagzeuglehrer, Muffkopf

Jazzmusiker-Bandwebsites eignen sich häufig nicht zum lesen, scheint es. Allenfalls für Spamattacken sind sie gemacht. Unsere eigene bekommt gerade minütlich Viagra in den Kommentaren angeboten. Alles löschen. Während bzw. unterdessen: Gerade macht Thorsten Reeß wieder von sich reden. Nach dem Muffkopf, einem Tool in zwei Ausführungen, zum Dämpfen der Bassdrum, hat er jetzt einen Muffstick entwickelt, um das Gedämpfe weiter fortzusetzen. Schon gilt Reeß vielen in der Branche als der Daniel Düsentrieb der Schlagzeug Applications. Und ganz ehrlich: Jetzt fehlt in der Produktpalette von Reeß nur noch der MuffRice, für gedämpften Jasminreis. Und das Mufflight, eine Art Dimmer für Raumlichtempfindliche. Ach nee, das gibts ja.

Wie auch immer. Aus seinem Schlagzeugunterricht gibt Reeß als gewiefter Beobachter auch gern mal ein Nähkästchen preis. Da hat der Mann aber auch Glück: Das Leben gebiert die besten Witze. Sie zu erzählen, ist eine erfolgreiche Form von Guerilla-Marketing für Muffprodukte. Man nennt das Storytelling. Und bleibt im Gespräch.

Wie heute, seinem Schüler glasklar aufs Maul geschaut. In der Facebook-Gruppe Spezialistengruppe:Musikerwitze ist das Bonmot des quietschfidelen, wachen Schlagzeugschülers von Reeß inzwischen eingereiht in die Rubrik „Neue Witze“. An solchen fehlt es in der groß gewordenen Community von Musikernarren und -närrinnen schon mal. Fast jeder Witz wurde schon einmal erzählt, gähn, und dann kommt Reeßens Witz um die Ecke als Frischfruchtfleisch wie das vom jazzbesessenen Schlagzeugschüler. Ergebnis offen, witzebesoffen. Hicks: Danke, Thorsten.

Die Witzekrise scheint überwunden. Was die Viagra-Bestellung angeht, ist das Angebot zwecklos. Schlagzeuger haben nie Probleme wie diese. Gute Hardware, fette Ständer, das gehört zum guten Ton. Kalauern vom Textbauern.

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Lachender Drummer Skelett (gif)

442/16: Aufnahmen: Di Carlo, Loomis Green und Thomas Koch on A live improvisation – ein Warmup, it´s a jazzy one

DI.CARLO_Logo

WARM UP
Live Jazz Improvisation
Featuring:
DICARLO: Drums
Thomas Koch: Acoustic Bass
Loomis Green: Guitar

Di Carlo (drums), aus Amerika, lebt und arbeitet in Berlin, meines Wissens schon seit den Achtziger Jahren, als ich ihn die erstem Male wahrnahm als Schlagzeuger der Berlin-australischen Band Johnny & The Drivers. Johnny Driver ist inzwischen in London.

Loomis Green lebt ebenfalls in Berlin und ist als Gitarrist der Band Disko No. 1 des Hamburger Absolute Beginners Jan Delay bekannt und spielt regelmäßig vor Millionen Zuschauern. Manchmal auch ein paar weniger. Bis hin zu kleinen Cafés, in denen er zuweilen mit Ulrike Haller den Jazz gibt. Spaß muss es machen. Weite Range.

Thomas Koch habe ich nicht genauer verortet.

Mir ging es heute bei diesem Soundsnippet in erster Linie darum, ein schönes Stück Audiokuchen anhörbar zu machen. Eat this! But loud. Loud must …..

433/16: Aufnahmen: Das Stück „Easy Living“ von Ralph Rainger und Leo Robin #Referenz #Jazz

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Musiker:
Andreas – Gitarre
Stefan – Piano
Tommy – Drums
(Aufnahme vom 10.07.15, Proberaum, Rode iXY-Mikrofon, iPhone)

Easy Living ist ein Jazzstandard aus dem Jahre 1937, geschrieben von Ralph Rainger und Leo Robin für den Film Easy Living von Mitchell Leisen.

425/15: Video: Steve Gadd Band at the Leverkusener Jazztage (2015) – VÖ: 01.12.15

Videotipp

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Steve Gadd Band – Leverkusener Jazztage 2015

Steve Gadd – drums
feat.
Walt Fowler – trumpet, flugelhorn
Larry Goldings – keyboards, Hammond B3
Michael Landau – guitars
Jimmy Johnson – bass

Track Listing:
1. The Wind Up
2. The Long Way Home
3. Green Foam
4. Desu
5. Way Back Home
6. Duke’s Anthem
7. Africa
8. Oh, Yeah?
9. Blues For…

423/15: Video: Florian Alexandru-Zorn erklärt auf drumeo.com ein paar Dinge zum Jazzbrushes-Spiel

Videotipp

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Florian Alexandru-Zorn – Brushes In Modern Drumming (FULL DRUM LESSON)

Veröffentlicht am 02.12.2015
LESSON INDEX:
00:13 – “Skyfall Remix” by Florian Alexandru-Zorn
03:32 – Introduction
07:37 – Brushes In Modern Drumming
44:28 – “Sum 2? by Florian Alexandru-Zorn
50:56 – Q & A
1:03:57 – “Hard Rise” by Florian Alexandru-Zorn

Considered to be the leading educator on brush playing, Florian Alexandru-Zorn took a trip to Drumeo to teach us all about this under-utilized art. Needless to say, he provided us with a ton of valuable takeaways and a lot of material to practice! In this lesson, Florian will be outlining fundamental brush techniques to help you develop a firm foundation, and in the end apply them to modern genres of music. Videotext von drumeo.com

Florian Alexandru-Zorn habe ich mal als „The German Brush Pope“ bezeichnet. Dieser Begriff hat sich inzwischen weltweit gut etabliert. Zu recht. Schließlich brauchen Menschen in Zeiten von Informationsüberflüssen Denkraster, Kategorien oder Eselsbrücken, um sich überhaupt noch merken zu können, mit wem sie es in einer Person zu tun haben. Es ist auch ein gedankliches Augenzwinkern darin. Klar?

Am Jazzbesenspiel scheiden sich bekanntlich in Drummerkreisen die Geister, teils in drummatischer Art und Weise. Dabei ist das Quatsch. Genau wie es geradezu dumm erscheinen kann, bestimmte Spieltechniken bewusst auszublenden, um sie gezielt zu ignorieren, wissen wir seit langem, dass im absolutistischen Crossover von Stilen, Spieltechniken von zuvor fest eingebürgerten Standardregeln das selig machende Moment liegen kann. Einfacher ausgedrückt: Gar nichts, was man dir als feste Regel vorgibt, musst du später genau einhalten. In der zweiten Erkenntnisstufe musst du das Erlernte wieder vergessen und den eigenen Geist einsetzen.

Dann bist du vollkommen frei und vergisst das Reglement wieder, um zu neuen Ufern in der Musik aufzubrechen. In diesem Sinne musst du (nicht kannst) alle relevanten Techniken erlernen, die das Schlagzeugspiel inhaltlich helfen umzusetzen. In diesem Sinne gehören Jazzbrushes unabänderlich zur Klaviatur der verschiedenen Waffen des modernen Drummers. Nicht umsonst heißt so ähnlich auch eine weltweit sehr geachtete DVD eine Schweizer New Yorkers namens Jojo Mayer.

Doch das ist eine andere Geschichte.

420/15: Historie: Als „Der Drummer“ in den Fünfziger Jahren durch Sonor überreicht wurde…

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Ausgabe.Der.Drummer_1953

TELEFUNKEN startet eine neue Platte mit 45 Umdrehungen, die der Jazzfreund besonders begrüßen wird. Platzersparnis und bessere Wiedergabe sind die Hauptvorteile. (berichtet die Ausgabe No. 4 des Jahrgangs 1953 der Zeitschrift „der Drummer“)

Die Geschichte der Firma Sonor geht zurück bis anno 18hundertschießmichtot. Zur Geschichte von Sonor habe ich hier schon mal rudimentär vorgetragen. Wie auch sonst: Drummer denken in Rudimenten. Apropos Rudi.

Karl Sanner gab bereits Übungen, wie sie in modernen Schlagzeugzeitschriften heute gang und gäbe sind. 1953 empfahl er, die Unabhängigkeit des Drummers von linker Hand und Fuß zu stärken, wie oben ersichtlich ist. Entnommen wurde das aus der besagten Ausgabe Nr. 5 der Zeitschrift „der Drummer“, die von Sonor damals überreicht wurde. Na bitte.

Lesen bildet bekanntlich: Die ganze Ausgabe kannst du interessehalber hier nachlesen… . Wer aber war Karl Sanner? Antwort… – klara Fall. Sanner war sozusagen die traditionalistische Jazz-Ausgabe des modern Jost Nickel. Sanners Band hieß allerdings nicht Jazzo No. One. Wie das obige Dokument jedoch beweist, befasste er sich bereits ausgiebig mit rhythmischer Untermalung, als hätte er den Song „Wir Kinder von Bahnhof Groove“ geschrieben. Ne, hat er nicht. Ist pure Gerüchtequiche.

417/15: Video: Adam Nussbaum (dr) + Richie Beirach (p) an der Popakademie Mannheim, Auszüge

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Adam Nussbaum – Toots Thielemans: All Blues

Adam Nussbaum – Toots Thielemans – Fred Hersch – Harvie S: All Blues – Stuttgart – Germany – March 1987

Adam Nussbaum (USA) ist ein energetischer Haudrauf, ein international gefragter Jazzdrummer mit einem vielschichtigen Airplay (on drums). 1987 hatte er mehr Haare, inzwischen hat er sie abgelegt, aber einen kahlen, kühlen Kopf bewahrt. Wie man Schlagzeug lernt? Nussbaum, Baujahr 1955, legt sich auf die Bühne, flätzt sich hin, wie ein Kleinkind und versucht aufzustehen. Wie lernt man aufzustehen? Ganz einfach: Durch immer weitere Versuche. Irgendwann steht das Kind bei den Eltern und lässt sich für das Erlernte hübsch bewundern. Er hat schon früher hübsch getrommelt.

So ungefähr muss man sich auch das Schlagzeug spielen lernen vorstellen, referiert Nussbaum, der nach Europa gekommen ist als Sonor-Endorser. Im Gepäck das neue (auf alt getrimmte) Sonor Vintage-Schlagzeug. Alle spielen jetzt so eins, die von Sonor als Botschafter des Rhythmischen vorgezeigt werden. Udo Dahmen, Präsident der Popakademie Baden-Württemberg, hat Nussbaum nach Mannheim an den Sitz der Uni geholt, um energetisches Schlagzeugspiel vorzuzeigen. Kurz gesagt: Das gelingt.

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409/15: Aufnahmen: Three Of Five Jazzbirds jammin „Blues in F“ #Whitebookrecordings

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Whitebookrecordings

Frauen, habe ich gehört, brechen einem das Herz. Sie können Männer in den Wahnsinn treiben. Ich habe mich immer gefürchtet vor dieser Art Frauen, die einem den Sinn nehmen, dass du dich nicht mehr erkennst. Denn das ist ja das Dumme, wir Männer suchen immer den Spiegel: wer bin ich? Bin ich stark, akzeptiert, bin ich ein Mann. – Franz Josef Wagner, Bild-Pointenschreiber für jeden Tag, im zerbrechlich-emotionalen Interview mit der Welt hier

Andreas – Gitarre
Stefan – Piano
Tommy – Drums
Stück: Blues in F (Jam Session)
Aufnahme: iPhone/Rode IXY-Mikrofon (31.07.15)

Trash as trash can. Eine Blues-Session in „F“ – aufgenommen am 31.07.15 im Ausklang einer Probe, in der es um alles andere als Blues ging. Grund genug, am Ende der Probe noch einmal ordentlich „loszurotzen“. So klingt die Aufnahme auch: ungestüm, unbeherrscht, jung, wild und hanebüchen.

Spaß macht so was trotzdem. Das verlinkte Interview mit dem Märchenonkel der Bildzeitung, Franz Josef Wagner, handelt auch davon. Vom Blues.

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408/15: Video: „I´ll guess, why they call it The Blues“ – Jazzpädagogik von früher #History

Videotipp

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Jazzpädagogik der ersten Stunde: Friedrich Gulda erklärt den Blues

In jungen Jahren entdeckte Gulda auch die Liebe zum Jazz, den er als die maßgebliche Richtung moderner Musikentwicklung ansah. 1951 lernte er den etwa gleichaltrigen Jazz-Musiker Joe Zawinul kennen. Ab Mitte der 1950er-Jahre erarbeitete er sich einen Ruf als Jazz-Interpret und -Komponist. In seinen Konzerten bemühte er sich immer mehr um Aufhebung der Trennung zwischen E-Musik und U-Musik. Aus Wikipedia, hier

Es war kurz nachdem die Bilder laufen lernten. Gefühlt.

Friedrich Gulda erklärt den Blues.