610/20 #Positionen – Die zwei großen Denkmodelle der Drummereducation im Online-Bereich

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22.11.20 #tamastarclassicbubinga #drumsmakewumms #TTT #Tulipstagram

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Zwei grundlegende Geschäftsmodelle stehen sich gerade feindlich gegenüber: Der bezahlte Unterricht und das kostenlose Angebot, Drumcontent auf Websites anzusehen. Das kostenlose Angebot gibt es durchaus schon länger, aber es ist weitgehend unstrukturiert, anarchisch, verstreut und gewissermaßen nicht qualitätsüberprüft. Das ändert sich nun.

Dieser Tage geht ein Onlinelesson-Anbieter mit einem neuen, registrierungspflichtigen, kostenlosen Modul Onlineunterschrift für Schlagzeug online. Die Onlinelessons.tv GmbH von Florian Alexandru-Zorn aus Neustadt an der Weinstraße bietet auf einer alternativen Website einseitigen Unterricht online kostenlos an. Dabei handelt es sich in Wirklichkeit nicht um Unterricht, der stets bidirektionale Aspekte hat. Also ein oder mehrere Eleven (Schüler) und einen oder mehrere Lehrer. Es ist das Wesen eines funktionierenden Unterrichts, dass der Lehrer nachguckt, was der Schüler treibt. Es geht um Anweisung, Hilfestellung zum erfolgreichen Üben, um das Nachfragen nach Lernerfolgen und das sich vom Schüler bzw. Lehrer zeigen lassen, wie es falsch läuft und wie man es besser macht. „Zeig mal, wie du den Paradiddle spielst.“

Let it roll, let it roll: Nun greift der Lehrer ein und korrigiert den Schüler. Aus unerfindlichen Gründen hat der Schüler den Stock nicht richtig gehalten. Auf diese Weise in die falsche Richtung übend, wird es ihm auf diese Art und Weise nie gelingen, die Diddlemäuse richtig auszuführen, schnell und präzise. So wie Dr. Steve Gadd, ehemaliger Tapdancer von Kindesbeinen an, im Grunde genommen vom Rudiment herkommt. Werden wir also irgendwann einmal lauter kleine Steves haben, Vinnies, Daves oder doch nur ein Heer begabter Autodidakten wie den Beatlesdrummer Ringo Starr, der damit noch Musikgeschichte schreiben konnte, den Drumroll von Come Together entgegen jeder Lehrmeinung falsch herum angeordnet zu haben, sodass dann Generationen von Drummern versuchten, diesen kongenialen Drumgroove zu entschlüsseln? Man weiß es nicht.

Das neue Modell aus Neustadt an der Weinstraße ist ein Videoabrufangebot in einem geschützten Login-Bereich, indem uns illustre Drummerpersönlichkeiten in Videoparts bestimmte Aspekte ihres drummerischen Tuns vermitteln. Das neue Angebot wirkt erst einmal wie ein selbstloses Give Away und wir fragen uns, was die Herausgeber damit bezwecken? Sind sie Salonkommunisten und predigen Bildung für alle, kostenlos, jederzeit abrufbar, zeit- und ortsunabhängig? Oder bringen sie ihre Schäfchen ins Trockene, ohne dass wir das überhaupt mitbekommen?

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