583/20 #Tageslied Franz de Bÿl & Vinÿl – Song: „Blind Love“ – performed live – mit Informationen zum Song

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Performed Live @CastilianSpring (2019) – Program „An Evening with Tom Waits á La Carte“
Franz de Bÿl (voc, g), Stephan Hoppe (KB, Voc), Tommy T. Tulip (dr), Jens Saleh (doublebase)

Blind Love ist ein Song des amerikanischen Komponisten-Musikers Tom Waits, 1985 erschienen auf dem Album Rain Dogs, das von namhaften Musikkritikern als Meilenstein der Achtziger Jahre und Hinwendung vom Kneipen-Jazzmusiker zu einem experimentierfreudigen Rockmusiker Tom Waits bezeichnet wird.

In seinem Schaffen spielt der Regen seine Platter: Rain Dogs ist eine Begrifflichkeit, die Tom Waits wie folgt erklärte: „… Hobos, Prostituierte, Menschen in Not, diese düstere Menagerie, die ich erschaffe, um mich zu motivieren.“ Und was sind Rainbirds? Tja, eine Berliner Band der Achtziger Jahre um die Musikerin Katharina Franck mit europäischer Hitgeltung. Benannt nach einem weiteren Song von Tom Waits. So issus, Missus.

Wo der Waits alles so abfärbte: „Now you’re gone, and it’s hotels and whiskey and sad-luck dames: And I don’t care if they miss me, I never remember their names.“ Andere Musiker coverten auch diesen Song Blind Love, so z.B. Bob Seger. Andere Songs desselben Albums wurden als Welthit bekannt, wie z.B. Downtown Train in der Version eines Rod Stewart, dem Frauen in den Achtzigern diese Frage beantworteten: „Ain´t You think, I´m sexy?“ – „Yesssssss!!!“ Hier beginnen wir zu verstehen, welch profunder Latifundienkorb Tom Waits in den ihm eigenen Gebetsmühlen geschriebener Songs besaß. Man konnte drauf aufmerksam werden: Wenn man nur wollte. Der stets stille Poet, der in Interviews und Fernsehshows eher wortkarg restriktiv ans sich selbst wichtig nehmen ging und ausdeutungsschwanger auftrat und dem später niemand noch abnahm, er habe irgendwann dem Alkohol abgeschworen. Weil er mal so klang, als hätte er sich Fernet Branca, Wodka und Whisky sour als eins gemixt. Einmal wahrgenommen, ist man festgelegt und ins Klischee verhaftet.

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559/19: Video: Wrapped Around Your Finger – The Police – Stewart Copelands so influential airplay #Hot

Videotipp


THE POLICE Wrapped Around Your Finger

In Germany 8:45 means 8:45. (Stewart Copeland, im Drumtalk, Link unten)

Er ist vielleicht das achte Weltwunder, fintenreich, ausdrucksstark, vielfältig, unergründlich, überraschend, überragend, was für ein Drummer. Anfang der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts gab es plötzlich sehr viele Klons seines Stils, seines Sounds, seiner Art, die Stöcke zu schwingen. Heute hört man viel weniger von ihm und weiß im Grunde gar nicht mehr so genau, was er macht: Stewart Copeland. Der Drummers Drummer seiner Zeit, schlechthin.

Was wir sehen, verbindet sich auf wunderbare Art und Weise mit dem zutiefst bewunderungswürdigen, guten Karma eines Sting – bekanntlich eins der ersten sieben Weltwunder – und der weltbewegend gut gespielten, instrumentierten Gitarre eines Andy Summers zum Trio The Police.

Ich kann gar nicht sagen, wie bewunderungswürdig ich Stewart Copeland empfinde.

Danke, Meister, für die vielen Inspirationen und musikalischen Kicks:
Du hast mich um den Finger gewickelt.

Liebe, Licht, Anerkennung, und Freudentränen, die aus dem Apfel wachsen.

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524/18: Lied des Tages: Jesus kennt mich, und er weiß, ich bin auf dem richtigen Weg. Alles wird wieder gut. Auch mit der Musik.

Jesus - he knows me...and he knows I'm right! #Genesis

Jesus – he knows me…and he knows I’m right! #Genesis


Jesus He Knows Me

Jesus He Knows Me · Benny Greb Grebfruit 2 Released on: 07.17 – Author: Antony Banks Author: Phil Collins Author: Michael Rutherford Composer: Antony Banks Composer: Phil Collins Composer: Michael Rutherford Music Publisher: IMAGEM MUSIC GMBH / MICHAEL RUTHERFORD PUBLISHING LTD / PHILIP COLLINS LTD

Wir sind in einem Land wie diesem im Amtsbezirk der Kirchen amerikanischer Prägung. Irgendwo im Staate South Missouri sind die Quäker am Quaken. So fängt der Song Jesus he knows me von Genesis an, wenn sich ein komplett Verrückter wie der Schlagzeuger Benny Greb dies musikalische Welterbe nimmt, um es zu verarbeiten zu etwas ganz Eigenem. Ich bekenne mich schuldig, vom Glauben abgefallen zu sein, als ich diese Version das erste Mal gehört habe. Aber Jesus weiß, wie ich es meine.

Das darf doch nicht wahr sein. Der Song ist Bestandteil des 2017 erschienenen Tonträgers Grebfruit2. In Erinnerung ist das witzige und gekonnte Video der Band Genesis mit einem kongenialen Phil Collins, dessen dreiste Anspielungen auf die Bigotterie der Kirchen wahre Höhepunkte der Situationskomik darstellen. Ganz ohne solche schrägen Bilder, die einem allerdings wieder hochkommen, kommt der in Hamburg wohnende und auf der Welt spielende Schlagzeuger Benny Greb, der die Komposition hernimmt und gleich im Dutzend Instrumente substituiert.

Apropos:
If she doesn’t come back
I’ll be your substitute
Whenever you want me
Don’t you know I’ll be your substitute
Whenever you need me

Sag Jesus, mein Herz lässt ihn grüßen.

Weiterführend

496/17: Aufnahmen: ‚Angel Eyes‘ – Arranged by David Lynch ;-)

Musiker:
Ittai Rosenbaum (p)
Karl Schloz (g)
Stuart Kemp (b)
Tommy T. Tulip (dr.)
recorded September 22nd, 2017, Berlin

Hätte David Lynch „Angel Eyes“ arrangiert, klänge es vielleicht so?

Es handelt sich nicht um eine Tatsachenbehauptung. Sie ist rein fiktiv und fiel am Ende des Stücks im Raum, nachdem die beteiligten Musiker das Stück sich selbst gegeben hatten. Wie am Ende der Aufnahme zu hören ist.

Schon anhörbar, wenn man Jazz mag. Mag man keinen, ist das Vorhören nicht verboten. Vorhören, den Jazz anhören wie Vorboten. Von Schlauchbooten, über den Atlantik.

That’s where the jazz came from earlier.

Das Lied des Tages: Viel Spaß mit „Angel Eyes“. Ich hab es Euch ausgewischt. Mit Besen.

443/16: Erinnerungen: ‚Angst vorm Wiegen‘ – Die Band MOK (Minimaler Konsens) #Audio #LiedDesTages

MOK - Der Minimale Konsens (Aufkleber Siebdruck)

Der Song wurde ca. 1986 im L3-Tonstudio von Richard de Bastion in Neukölln aufgenommen. Mit einer Otari 8 Spur, paar Kanälen und vergleichsweise geringfügigem Equipment, durchaus aber mit Echoeffekten (man beachte die HiHat am Anfang des Stücks), dolles Ding. Heute hat jeder Schüler ein Digitalequipment mit 1000senden Tonspuren und Funktionalitäten bis zum Abwinken. Darauf lasst uns einen trinken.

Ich mach einige Zeit Musik. Das stelle ich immer wieder fest. Irgendwie irrelevanter bullshit.  Manchmal ploppen Erinnerungen auf. Oliver U. auf facebook postete heute seinerseits: „Ich hab gerade echt nicht die Zeit, jeden irrelevanten Bullshit zu lesen, geschweige denn jeden irrelevanten Bullshit zu posten. Also, in Kürze: Es ist 2016, ich habe gerade um die 30kg Übergewicht und geh mir jetzt Leggins kaufen. Schönen Sommer noch.“ (auf facebook, Zitat)

Das ließ mich überlegen und nur ja keinen bullshit zu kommentieren: „Dann fasse ich mich kurz: Die 30 kg sind anzufassen und zu bearbeiten.“ Womit wir beim Thema sind: Manches vergisst der musikalische Greis, vieles verdrängt er. Ich wähnte einen Gedanken durch Gänge flitzen, indem es hieß: „Ich hab Angst vorm Wiegen.“ Seit Freiherr von Moltke wissen wir: „Der Gedanke legt den Grund für die Tat.“ Ich schaute nach.

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