

Elf Jahre zurück: Als ich mich im Januar 2015 mit Trauben von JazzmusikerInnen traf, um SängerInnen anzutesten, entstanden paar verschollen geglaubte Aufnahmen. Die hier wird von der Sängerin Reka gegeben. Für mich eine der besten Sängerinnen Berlins.
Die Aufnahme von „My favourite things“, einem Jazzstandard, ist leicht, fluffig, aber rau und weitgehend das, was im Proberaum zu hören war. Mir gefällt die Aufnahme nach Jahren. Weitere Aufnahmen desselben Songs habe ich veröffentlicht. Das Lied des Tages auf xdrum.eu: „My Favourite Things“, dargeboten in einem Übungsraum in Berlin-Moabeat. „Do Hustle“ Und was für ein Beat: Wischen für den Weltfrieden.
Digitale Verrottung
Ich habe in früheren Zeiten mehr gebloggt, als Bloggen noch in Ordnung war, PC. Heutzutage ist Bloggen verrottet. Kaum noch Menschen drücken sich adäquat und mit Bildung und Verstand ausführlich aus. Wer zu den Textliebenden gehört, dem ist Bildung nicht zu schade und keineswegs zu fern. Sondern ein Herzensanliegen.
Das Verlotterte in dem Ganzen wirft die Frage auf, was wir mit den digitalen Artefakten heute noch anstellen? Immerhin kommt der Wortstamm „Arte“ (für Kunst) ja schon vor und ist systemisch dem Vorgang beigeschlossen. Wer drückt sich heutzutage schon so aus.

So many tears I’ve criedSo much pain insideBut baby, it ain’t over ‚til it’s overSo many years we’ve triedTo keep our love aliveBut baby, it ain’t over ‚til it’s over
Ich wandere als Artefakten-Sammler (was war ist? Was habe ich rückblickend bereits getan? Und welcher Kunst könnte ich mich heute noch leichterdings zuwenden, ohne bereits zu viel Bad Experiences einkassiert zu haben). Nicht umsonst würde der Heilige Vater am Himmelstor Bruder Jimi Hendrix wohl fragen: „Son, Are You experienced enough?“ Und Jimi würde zum Regenbogen gehen und selbstverständlich erwidern: „Nuff said.“ In dieselbe Situation gebracht würde Lenny Kravitz stammeln: „Mama said..“. Dieser Sexy Motherfucker. Der Rest ist Schweigen.
Ich jedenfalls habe mich in die Katakomben meiner staubigen Archive begeben und technische Unwuchten beseitigt, gelöschte YouTube-Kanäle ausfindig gemacht und mir klar vor Augen geführt, wie verrottet mein Internet inzwischen ist. Noch neulich fand ich wunderbare Digitalfotos von einem Auftritt in 2008 (The Days Of Holunder). Momentan recherchiere ich meine Archive, was musikalische Codings und Kot (Gutes und Scheißdreck) angeht und betätige mich am #CodeTulipin – im Unterschied zu meinem #GuideTulipin in kulinarrischer Hinsicht. Und auch da steckt ja im Wortstamm das „narrisch“ schon fest mit drin. Au weia, oh Popeia, these are a few of my favourite things. Das liebe ich sehr. Dass ich ein paar meiner allerbesten Sachen und Songs immer mal wieder mit anderen Besetzungen spiele, so ist nun mal das Leben.
Ich jedenfalls weiß, was ich am 23.01.2015 in Moabeat gemacht habe. Schön wars. Das #Tageslied My Favourite Things in der Version von anno dunnemals.
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- Just another Jazzstandard: Autumn Leaves (via blackbirds.tv)