601/20 #Aufnahmen – „My Favorite Things“ (Richard Rogers) #Sessionstuff

Sgt. Peppers Lonely Jazz Club Band (Version 1)

Sgt. Peppers Lonely Jazz Club Band (Version 1)

Die allerbeste Version dieses Stücks, die ich kenne, stammt von Al Jarreau und ist auf seiner CD Tenderness veröffentlicht.

Allerdings ist das Lineup der Band auch hervorhebenswert. Ins Auge fällt einem Steve Gadd an den Drums und Marcus Miller am Bass.
Und das Ganze mit dem kongenialen Al Jarreau und seiner Gesangskollegin Kathleen Battles.
Die gemeinte Version ist zum anschließenden Anhören hier verlinkt.

Allerdings hat sich die Spontanbesetzung auf obiger Aufnahme redlich alle Mühe gegeben, dem Song etwas Eigenes, eine Art eigener Handschrift hinzuzufügen. Ich mag das Stück sehr.

Weiterführend

* Al Jarreau – Tenderness – My Favorite Things

602/20 #Aufnahmen – „All Of You“ (Cole Porter) – Recorded 23.01.2015 @Sessionstuff #Tageslied

Sgt. Peppers Lonely Jazz Club Band (Version 1)

Sgt. Peppers Lonely Jazz Club Band (Version 1)

Als ich mich im Januar 2015 mit einem Quartett von zusammengewürfelten Jazzmusikern traf, um ein paar Sängerinnen anzutesten, war auch die hier Gehörte bei den Kandidatinnen.

Und es war schön. Sie meisterte, was sie sang, mit Bravour, Leichtigkeit und einer wiedererkennbaren, schönen Jazzstimme. Sie war eine Meisterin des gekonnten Jazzgesangs. Dabei fiel es ihr auch nicht sonderlich schwer, ins Improvisieren zu gelangen, um wenig später den Solisten ihren Part zu überlassen. Um dann unvermittelt wieder richtig einzusetzen. Ihre Leichtigkeit und Schönheit beeindruckten mich tief.  Der ganze Moment, ich bezeichnete ihn erstmal als Sessionstuff und wollte damit im Grunde nur aussagen, dass dem Aufnehmen an jenem Tage noch keine umfassenden Bandproben vorausgegangen waren. Alles was wir aufnahmen, waren First Takes. Welche Stück spielen wir? Ah, okay, „All Of You ?“ – Gut, spielen wir das. Warte: Ich drücke noch „Record“. Gesagt, getan, gesungen, gespielt, probiert, geschwungen. That´s real Jazz.

Die Aufnahme von „All Of You“, einem Jazzstandard, ist leicht, fluffig, aber rau und weitgehend genau das, was im Proberaum zu hören war. Mir gefällt die Aufnahme auch nach Jahren noch. Weitere Aufnahmen habe ich seinerzeit veröffentlicht. Ich werde die Auffindbarkeit erleichtern. Es würde mich freuen, wenn es dem Besucher dieser Website gefällt. Das Lied des Tages auf xdrum.eu: „All Of You“ von Cole Porter, dargeboten in einem Übungsraum in der Lüneburger Straße in Moabeat. Und was für ein Beat: Wischen for the Worldpeace.

Weiterführend

* Just another Jazzstandard: Autumn Leaves (via blackbirds.tv)

583/20 #Tageslied Franz de Bÿl & Vinÿl – Song: „Blind Love“ – performed live – mit Informationen zum Song

Icon #Tageslied

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Performed Live @CastilianSpring (2019) – Program „An Evening with Tom Waits á La Carte“
Franz de Bÿl (voc, g), Stephan Hoppe (KB, Voc), Tommy T. Tulip (dr), Jens Saleh (doublebase)

Blind Love ist ein Song des amerikanischen Komponisten-Musikers Tom Waits, 1985 erschienen auf dem Album Rain Dogs, das von namhaften Musikkritikern als Meilenstein der Achtziger Jahre und Hinwendung vom Kneipen-Jazzmusiker zu einem experimentierfreudigen Rockmusiker Tom Waits bezeichnet wird.

In seinem Schaffen spielt der Regen seine Platter: Rain Dogs ist eine Begrifflichkeit, die Tom Waits wie folgt erklärte: „… Hobos, Prostituierte, Menschen in Not, diese düstere Menagerie, die ich erschaffe, um mich zu motivieren.“ Und was sind Rainbirds? Tja, eine Berliner Band der Achtziger Jahre um die Musikerin Katharina Franck mit europäischer Hitgeltung. Benannt nach einem weiteren Song von Tom Waits. So issus, Missus.

Wo der Waits alles so abfärbte: „Now you’re gone, and it’s hotels and whiskey and sad-luck dames: And I don’t care if they miss me, I never remember their names.“ Andere Musiker coverten auch diesen Song Blind Love, so z.B. Bob Seger. Andere Songs desselben Albums wurden als Welthit bekannt, wie z.B. Downtown Train in der Version eines Rod Stewart, dem Frauen in den Achtzigern diese Frage beantworteten: „Ain´t You think, I´m sexy?“ – „Yesssssss!!!“ Hier beginnen wir zu verstehen, welch profunder Latifundienkorb Tom Waits in den ihm eigenen Gebetsmühlen geschriebener Songs besaß. Man konnte drauf aufmerksam werden: Wenn man nur wollte. Der stets stille Poet, der in Interviews und Fernsehshows eher wortkarg restriktiv ans sich selbst wichtig nehmen ging und ausdeutungsschwanger auftrat und dem später niemand noch abnahm, er habe irgendwann dem Alkohol abgeschworen. Weil er mal so klang, als hätte er sich Fernet Branca, Wodka und Whisky sour als eins gemixt. Einmal wahrgenommen, ist man festgelegt und ins Klischee verhaftet.

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